Magdeburg l Fett an den falschen Stellen des Körpers erhöht das Risiko vieler Volkskrankheiten wie „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose), Diabetes Typ-2, Herzinfarkt und Schlaganfall, Gelenk- sowie Krebserkrankungen. Hauptsächlich durch eine ungesunde, zu kalorienreiche Ernährung, durch zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen zu. Derzeit gelten zwischen 28 und 42 Prozent der erwachsenen Sachsen-Anhalter als übergewichtig, so Dr. Silke Klose, Oberärztin an der Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten.

Ein Maß für das Übergewicht ist die Messung des sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Er errechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße in Metern im Quadrat. Übergewichtig ist, wer einen BMI 25 bis 29 hat.

Wer zu viele überflüssige Pfunde loswerden will, braucht einen langen Atem. Einseitig auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten hilft meist wenig. Gefürchtet ist der sogenannte Jo-Jo-Effekt, sobald strenge Diät-Programme nicht mehr eingehalten werden. So mancher hat dadurch mehr Kilos gewonnen als verloren. „Langfristig besser ist eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie“, rät Dr. Klose.

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Medizinisch empfohlen wird, innerhalb von sechs Monaten etwa vier bis fünf Kilo abzunehmen. Das erreicht man, indem man beim täglichen Essen etwa 500 Kalorien einspart.

Unterstützt werden sollte die Ernährungsumstellung durch mehr Bewegung im Alltag. Idealerweise nimmt man in einer Gruppe ab, in der alle das gleiche Ziel der Gewichtsabnahme haben. Einige Krankenkassen bieten solche Kurse an.

„Sind diese konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft, können chirurgische Maßnahmen adipösen Menschen helfen“, sagt die Chirurgin Prof. Dr. Stefanie Wolff vom Adipositaszentrum des Uniklinikums Magdeburg. In ihrem Vortrag stellte sie verschiedene operative Verfahren vor und auch wie diese wirken.

Eine Möglichkeit, die Nahrungszufuhr in den Magen zu begrenzen, ist das sogenannte Magenband. Damit wird ein kleiner, oberer Teil des Magens abgeschnürt, wodurch Patienten nach einer Mahlzeit ein schnelleres Sättigungsgefühl haben.

Eine stärkere Gewichtsabnahme ist durch Operationen zu erreichen, bei der das Magenvolumen und die Aufnahmestrecke des Nahrungsbreis verkleinert wird. Die Chirurgen unterscheiden Verfahren, die die Essmenge einschränken und Verfahren, die den Nahrungsbrei umlenken. Zu den die Essmenge einschränkenden Verfahren zählen das Magenband und der sogenannte Schlauchmagen. Ein Verfahren, bei dem zudem auch die Nahrungsmittelaufnahme aus dem Darm reduziert wird, ist der Magenbypass.

Voraussetzungen für eine chirurgische Behandlung von Adipositas-Patienten ist ein BMI von über 40. Bei Adipositas-Patienten, die noch andere Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe (Schnarcher mit Atemaussetzern) haben, kann das Verfahren bereits ab einem BMI von 35 durchgeführt werden. Zuvor müssen aber alle konservativen Therapien versucht worden sein sowie psychische und hormonelle Ursachen ausgeschlossen werden.

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