Frage: Ich habe im Volksstimme-Ratgeber gelesen, dass Menschen mit Herzkrankheiten Sport treiben können. Gilt das auch bei Herzrhythmus-Störungen?

Es antwortet Dr. Samir Said, Oberarzt an der Uniklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumonologie: Herzrhythmusstörungen sind sehr vielfältig. Einige Formen können sich unter sportlichen Aktivitäten verschlechtern. Daher sollten Patienten Art und Ursache der Störung abklären lassen und sich hinsichtlich ihrer Belastbarkeit ärztlich beraten lassen.

Die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Dabei ist der Rhythmus zwischen den Herzvorhöfen und den Herzkammern gestört. Das kann zu einem unregelmäßigen Puls (absolute Arrhythmie) führen. Die absolute Arrhythmie führt zu einer Verminderung der Herzleistung und somit zu einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit.

Patienten mit anfallsweisem Vorhofflimmern und einem gesunden Herzen können außerhalb der Vorhofflimmer- episoden ihre sportlichen Aktivitäten uneingeschränkt betreiben. Falls Sie jedoch Medikamente gegen das Vorhofflimmern einnehmen, sollte zuerst ein Belastungs-EKG unter der laufenden Therapie vom Arzt durchgeführt und ausgewertet werden. Wenn das Belastungs-EKG keine Auffälligkeiten zeigt, können Sie auch unter der Medikamenten- einahme sportlichen Aktivitäten nachgehen.

Patienten mit chronischem Vorhofflimmern und struktureller Herzerkrankung sollten den Umfang sportlicher Aktivitäten mit dem Kardiologen individuell festlegen.

Außerdem sollten Patienten mit Vorhofflimmerpatienten, die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen, Sportarten mit einem erhöhten Verletzungsrisiko meiden.