Magdeburg (rgm). Strom wird 2011 für Millionen Verbraucher deutlich teurer. Preiserhöhungen von sieben Prozent stehen bei 500 von insgesamt 900 Stromversorgern zum 1. Januar im Schnitt an. Ein Durchschnittshaushalt zahlt durch die Anhebung bis zu 65 Euro mehr im Jahr.

Wer den Strom in der teuren Standard-Grundversorgung seines lokalen Energielieferanten bezieht, kann durch den Umstieg auf einen günstigeren Tarif sparen. Oder der Stromkunde wechselt zu einem neuen – preiswerteren – Stromanbieter. So lassen sich im Vergleich zur Grundversorgung, je nach Verbrauch, bis zu 150 Euro im Jahr einsparen.

Die folgenden Tipps der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt helfen beim Wechsel:

m Kündigungsmodalitäten: Stromkunden in der Grundversorgung, die von ihrem örtlichen Anbieter zu allgemeinen Preisen versorgt werden, können jederzeit mit Monatsfrist zum Monatsende kündigen.

Für alle Stromsonderkunden, die entweder Strom von ihrem örtlichen Versorger zu einem besonderen Tarif oder von einem überregionalen Versorger beziehen, gelten die vereinbarten Kündigungsfristen aus diesem sogenannten Sondervertrag, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt sind. Bei einer Preiserhöhung haben Stromsonderkunden ein außerordentliches Kündigungsrecht, dessen Fristen ebenfalls in den AGB zu finden sind.

Bis zur Kündigungsfrist muss das Kündigungsschreiben beim alten Versorger eingegangen sein – per Brief, E-Mail oder Fax. Bis zu diesem Termin sollte der Kunde auch in einen günstigeren Tarif gewechselt oder einen neuen Anbieter beauftragt haben. Gelingt das nicht rechtzeitig, geht keineswegs das Licht aus. In diesem Fall beliefert der örtliche Grundversorger den Kunden bis zum erfolgreichen Wechsel zu (etwas höheren) allgemeinen Preisen. Fürs Wechseln dürfen auch keine Entgelte verlangt werden. Ein Austausch von Zählern ist nicht erforderlich. Der bisherige Versorger schickt eine Schlussrechnung über die bis zum Wechsel erbrachte Stromversorgung.

m Eigene Stromrechnung als Richtschnur: Um das individuell günstigste Angebot zu finden, ist der eigene Stromverbrauch pro Jahr eine wichtige Orientierungsgröße. Der Blick auf die letzte Jahres-Stromabrechnung hilft, die Preise anderer Anbieter zu vergleichen: Wer den Jahresstromverbrauch aus der Vorjahresabrechnung sowie seine Postleitzahl bei Tarifrechnern im Internet eingibt, erhält eine persönliche Angebotsübersicht.

Online-Tarifrechner zu nutzen erfordert jedoch etwas Übung: So sollten zum Beispiel die Häkchen für Vorkasse- und Kautionsangebote weggeklickt werden, um nicht zu risikoreichen Ergebnissen zu gelangen.

m Details im Vertrag beachten: Je kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist der Stromkunde. Empfehlenswert sind Vertragslaufzeiten von nicht mehr als einem Jahr, damit schnell auf aktuelle Preisentwicklungen reagiert und eventuell zu einem neuen Anbieter gewechselt werden kann. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Für den Fall, dass der Strompreis steigt, muss der neue Versorger ein Sonderkündigungsrecht einräumen. Bei Festpreisangeboten aufgepasst: Festpreis ist selten Bestpreis! Vorsicht ist vor allem geboten, wenn sich Garantien nur auf bestimmte Preisbestandteile beziehen.

Wechselwillige sollten zudem Angeboten die kalte Schulter zeigen, bei denen sie sich zu einer höheren Vorauszahlung verpflichten – zum Beispiel in Höhe des Jahresbetrages. Denn wenn der Anbieter Pleite geht, kann die Vorauszahlung futsch sein.

m Versorgungssicherheit: Niemand muss fürchten, im Dunkeln zu sitzen. Sollte der neue Versorger aus irgendwelchen Gründen ausfallen, erfolgt – so die Vorschrift – die nahtlose Belieferung durch den örtlichen Grundversorger. Es bleiben dann drei Monate Zeit, um sich einen neuen Stromlieferanten zu suchen.

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