München (dpa) l Eigentlich hat sich jeder harmonische Feiertage vorgestellt. Doch ausgerechnet unterm Tannenbaum kommt es dann zum großen Familienkrach. Gibt es eine Strategie, wie man einem Streit vorbeugen kann? Das geht am besten, wenn man sich über die Mythen der Feiertage klar wird und sie mit den eigenen Bedürfnissen in Balance bringt, empfiehlt Karen Silvester vom SOS-Kinderdorfverein.

„Dann ist es halt „nur“ das Fest, an dem wir versuchen, anderen mit einem Geschenk eine Freude zu machen oder es gibt halt „nur“ Würstchen mit Kartoffelsalat als neue, eigene Familientradition“, so die Expertin für Familienfragen.

Manchmal gehöre es dann einfach dazu, an Weihnachten offen miteinander zu reden – oder auch mal zu streiten. Streit an sich sei nichts Schlimmes. Er bedeute erst mal nur, dass jeder seine Position vertritt, seine Bedürfnisse benennt und eine Grenze zieht. „Wenn Streit fair bleibt, tritt danach oft so etwas wie Frieden und Versöhnung ein“, erklärt Silvester. Schlimm wird es, wenn Streit unfair oder sogar aggressiv wird. Das sei insbesondere für Kinder furchtbar. Deshalb sollte man in diesen Momenten immer die eigene Position hinterfragen: „Muss ich das jetzt anbringen – will ich nur sticheln oder habe ich was Wichtiges zu sagen?“ Oft spüren Kinder noch vor den Erwachsenen, dass sich schlechte Stimmung anbahnt. Eltern sollten daher Streit so beilegen, dass die Kinder dies wiederum spüren. Falsch ist es der Familien-Expertin zufolge, den Kindern eine harmonische „Weihnachtsshow“ vorzuspielen. Das verwirre sie nur zusätzlich.

Man sollte sich zunächst selbst sein Verhalten erklären. „Und wenn es gar nicht anders geht, dann sollten wir lieber einem Kind erklären, dass es gerade einen Streit gibt. Das beschädigt Weihnachten weniger als eine gespielte, heile Familie.