Weitere SCM-Resultate

Die Damen des SCM haben das A-Finale in Köln deutlich verpasst. „Es war aber auch nicht zu erwarten, dass sie unter die ersten Zwölf kommen“, sagte Trainer Roland Oesemann. Zumal sie sich fürs U 23-Nationalteam empfehlen wollten. Das gelang Tabea Kuhnert (18) mit Rang drei im C-Finale (Gesamt-15.). Eher unzufrieden war Emma Appel (18), die Zweite im D-Finale wurde (Gesamt-20.). Den Meistertitel sicherte sich Frieda Hämmerling (Kiel), Julia Lier vom SV Halle wurde Vierte. (dh)

Köln l Max Appel meldete sich am Samstagabend kurz vor der Nachtruhe zu Wort. Er klang unglaublich müde. Sechs Wochen nach der Operation an seinem Herzen aufgrund einer Rhythmusstörung hatte ihm im Halbfinale der deutschen Kleinboot-Meisterschaften in Köln die Kraft gefehlt. „Meine Beine haben geschmerzt, ich war irgendwann leer. Und als mein Rückstand auf die anderen deutlich wurde, habe ich nicht mehr alles gegeben, um dann im B-Finale noch einmal angreifen zu können“, berichtete der Ruderer vom SC Magdeburg.

Sein Herz schlug in jenem kleinen Endlauf gestern einen guten Takt für Appel. Denn der 23-Jährige lieferte wie schon im Viertelfinale, das er am Vortag für sich entschieden hatte, erneut ein starkes Rennen ab. In 7:15,70 Minuten absolvierte Appel die 2000 Meter auf dem Fühlinger See, wurde nur von Ruben Steinhardt knapp geschlagen und belegte damit Rang acht in der Gesamtwertung.

Stolz und gerührt

Wenngleich Appel dann eher zurückhaltend sein Rennen resümierte, schwang in seiner Stimme doch der ganze Stolz und eine gewisse Rührung mit. „Ich kann es nicht fassen“, sagte der 1,96-Meter-Mann, der nach Reha-Maßnahmen erst vor zweieinhalb Wochen wieder ins Training eingestiegen war. „Ich dachte, es wird so hart wie im Halbfinale, aber ich konnte nach schlechtem Start bis auf Ruben Steinhardt alle hinter mir lassen.“ Und viel wichtiger: „Damit bin ich in der Nationalmannschaft dabei, ich freue mich tierisch.“

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Selbst im A-Finale hätte Appels Zeit Rang drei bedeutet. Dieses entschied erschreckend deutlich Oliver Zeidler für sich. Der 22-Jährige aus Ingolstadt, erst vor zweieinhalb Jahren vom Schwimmen zum Rudern gewechselt, setzte sich in 7:10,65 Minuten vor Stephan Krüger (+ 5,1 Sek.) und Timo Piontek (+ 13,65) durch.

Marcus Schwarzrock, Bundestrainer der Skuller, wird nun die Boote für die Wedau-Regatta am zweiten Mai-Wochenende in Duisburg zusammensetzen, wo in direkten Vergleichen das Team für die Europameisterschaften in Luzern (Schweiz/31. Mai bis 2. Juni) ermittelt wird. Der EM folgen zwei Weltcups, ehe sich der Tross zur Weltmeisterschaft Ende August nach Linz begibt.

Nicht dabei sein wird Philipp Syring. Der 22-Jährige belegte Platz sechs im C-Finale und damit Rang 17 in der Gesamtwertung. Syring hatte sich am 12. Februar wegen eines Trümmerbruchs im linken Mittelfuß einer Operation unterziehen müssen. „Mit dem Fuß geht es schon besser, aber ich merke eben, dass mir Kraft und Ausdauer fehlen“, resümierte er.

Starke SCM-Junioren

Paul Berghoff hat derweil den ersten U-19-Kadervergleich des Deutschen Ruderverbandes (DRV) für sich entschieden. Der 17-Jährige vom SCM setzte sich am Sonntag auf dem Fühlinger See in Köln im Finale über 2000 Meter in 7:19,65 Minuten durch. Zweiter wurde Aaron Erfanian (Hannover/+ 0,4 Sek.). „Es war ein unglaubliches Rennen“, sagte Berghoff. „Ich war zwar wieder der Letzte am Start, aber das konnte ich zum Glück auf der Strecke aufholen.“

Enttäuscht war indes Paul Krüger. Der 18-Jährige musste sich im Endlauf mit Platz sechs begnügen. Auch sein Trainer Paul Zander war nicht zufrieden. 4,4 Sekunden fehlten Krüger zum Podest. Dabei wollte er eigentlich angreifen: „Ich versuche, das Feld so gut wie es geht zu dominieren“, hatte er aufs Finale vorausgeblickt. Auf einen guten vierten Platz im B-Finale fuhr indes Nick Welzenbach.

Ihr Ziel erreicht hat Jette Prehm: Sie belegte beim Sieg von Alexandra Förster (Meschede) Rang drei in 8:19,30 Minuten. Die 18-Jährige war bereits über den Einzug in den Endlauf „sehr glücklich“, sagte sie. „Ich war doch überrascht, dass es so einfach war.“ Nach dem Finale hat sie sich zunächst etwas geärgert, die zweite Position, die sie nach 1500 Metern belegte, noch verloren zu haben. "Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden", erklärte Prehm. Emma van Wachem gewann indes das C-Finale. Zudem fuhr Carlotta Wolff im Zweier ohne Steuerfrau mit der Leipzigerin Mareen Tetzner auf Rang vier im B-Finale.