Magdeburg l Privathaushalte müssen für Strom deutlich tiefer in die Tasche greifen. Seit 2007 stiegen die Preise bei den Stadtwerken und Regionalversorgern im Norden Sachsen-Anhalts zwischen 25 und 54 Prozent. Das größte Preisplus müssen Einwohner in Blankenburg verkraften. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden muss dieses Jahr 1138 Euro hinblättern. Das ist unter den Lokalversorgern im Norden Sachsen-Anhalts der höchste Preis. 2007 waren es noch 737 Euro.

Ähnlich groß fallen die Sprünge bei den örtlichen Versorgern in Staßfurt (47 Prozent) und Havelberg (46 Prozent) aus.

Am günstigsten unter den Stadtwerken ist derzeit Wernigerode. Dort kostet die Strommenge im Jahr 971 Euro. Auch Kunden in Magdeburg und von EON Avacon kommen mit weniger als 1000 Euro aus.

Ein Hauptgrund für die hohe Spanne liegt in den höchst unterschiedlichen Netzentgelten, die im Strompreis enthalten sind. Beispiel für 3600 kWh: Im Magdeburger Tarif stecken 222 Euro fürs Netz darin; in Havelberg sind es 337 Euro.

Besonders ins Kontor schlägt der Bau von Leitungen und Umspannwerken, die nötig sind, um die großen Windstrommengen abzutransportieren. Davon ist vor allem der äußerste Norden des Landes betroffen: Dort gibt es viele Windräder, aber relativ wenige Haushalte und Industrie ­– also wenige Stromabnehmer. „Das 1000-Kilovolt-Netz Sachsen-Anhalts ist das teuerste in ganz Deutschland“, sagt Thomas Pietsch von den Städtischen Werken in Magdeburg.

Besser sieht es in vielen Regionen beim Gas aus. Bei einigen Stadtwerken wie in Wolmirstedt oder Zerbst gingen die Preise seit 2007 sogar leicht zurück, bei den meisten blieben sie in etwa konstant. Ein Ausreißer ist Havelberg: Dort kletterte der Gaspreis seitdem um 32 Prozent.