Magdeburg l Schmidt bestätigte der Volksstimme die Personalie. Träger sei der qualifizierteste Bewerber gewesen und habe seinen Ausstieg aus der rechten Szene „mehr als glaubhaft“ gemacht. Schmidt betonte, er habe einem jungen Menschen eine zweite Chance geben wollen „und auch die Möglichkeit, wieder im demokratischen System anzukommen“.

Die AfD-Fraktion lässt Schmidt dabei freie Hand – auch wenn einige Abgeordnete die Personalie kritisch sehen. „Es gab kontroverse Diskussionen“, bestätigt Daniel Roi, Parlamentarischer Geschäftsführer. „Ich teile aber die Meinung, dass man niemanden bis zum Jüngsten Tag verteufeln kann, wenn er Fehlern abgeschworen hat.“ Auch Parteichef André Poggenburg sagte, niemand dürfe "für eine Jugendsünde sein Leben Lang stigmatisiert werden".

Beitreten darf er nicht

Träger war 2009 Kandidat der rechtsextremen NPD im Wahlkreis Börde/Jerichower Land. Laut Schmidt hat Träger die NPD 2012 verlassen. Im Landtagswahlkampf war er bereits für die AfD aktiv. Laut Parteisatzung darf Träger der AfD allerdings nicht beitreten – frühere Mitglieder extremistischer Parteien und Organisationen sind ausgeschlossen. Diese Regelung halte er auch grundsätzlich für richtig, sagte Schmidt. „Zwar habe ich keine Zweifel bei Herrn Trägers Einstellung und Verfassungstreue, eine allgemeine Vorsicht muss aber dennoch gewahrt bleiben, um die AfD im demokratischen Spektrum zu halten.“

Der 24-jährige Student Schmidt ist Landeschef der AfD-Jugend „Junge Alternative“, er stuft sich selbst als nationalkonservativ ein. Vor zwei Wochen allerdings war er Gastredner der Identitären Bewegung in Wernigerode. Die Gruppe vertritt einen völkischen Nationalismus und behauptet, die regierenden Parteien wollten das deutsche Volk gegen Einwanderer auszutauschen.