Wernigerode (dpa) l Das ist nichts für Eisenbahn-Nostalgiker: Der Job eines Heizers bei den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) ist hart und kräftezehrend. "Viele unterschätzen die körperliche Arbeit und die Arbeitsbedingungen", sagte HSB-Sprecher Dirk Bahnsen der Deutschen Presse-Agentur. In einer Arbeitsschicht müsse ein Heizer bis zu drei Tonnen Kohle schippen. "Am Ofen ist es sehr heiß und in der Luft befindet sich feiner Kohlenstaub."

Oftmals stellten Teilnehmer der Heizer-Ausbildungskurse der HSB erst während des Unterrichtes oder kurz zuvor fest, wie fordernd der Beruf ist. "Viele brechen daraufhin ihre Ausbildung leider ab", sagte Bahnsen. Besonders hoch war die Abbrecherquote in diesem Frühjahr, weshalb dem Unternehmen aus Wernigerode die Heizer fehlten.

Erstmals in der Unternehmensgeschichte mussten zu Beginn des Sommerfahrplanes entlang der Selketalbahn Busse statt der berühmten Dampflokomotiven eingesetzt werden. Seit wenigen Wochen (2. September) kann die Strecke wieder komplett mit Dampfloks bedient werden. Für Harzurlauber und Eisenbahn-Fans gehören die Lokomotiven zum festen Urlaubsplan, viele lieben die Eisenbahnromantik.

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Mit Hilfe von Zeitungsanzeigen, über das Arbeitsamt und mit Plakaten in Zügen und Bahnhöfen konnte die HSB im Juni und August zwei Ausbildungskurse mit jeweils etwa zehn Bewerbern starten. "Innerhalb von acht Wochen lernen die Bewerber den Beruf des Heizers", sagte Bahnsen. Der Beruf sei aufgrund der kurzen Einarbeitungszeit auch ideal für Quereinsteiger – eine abgeschlossene Berufsausbildung sollten Interessenten mitbringen.

Von den frisch ausgebildeten Heizern konnten laut Bahnsen sieben übernommen werden. Für Oktober sei ein weiterer Kurs geplant. Das Unternehmen will mindestens zwei weitere Heizer einstellen. Wer die Heizer-Ausbildung erfolgreich absolviert hat, kann sich später auch zum Dampflokführer ausbilden lassen. Dass die HSB in Zukunft nochmals Busse einsetzen muss, kann Bahnsen nicht ausschließen. "Wir suchen fortlaufend neue Heizer."