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Im vorigen Jahr fehlten in Sachsen-Anhalt die erwerbsfähigen AOK-Mitglieder insgesamt 6,2 Millionen Tage. Das hat eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ergeben. Mit 650.000 Tagen belegen Rückenbeschwerden den ersten Platz bei den Einzeldiagnosen. Von den durchschnittlich 22,7 Tagen, die jedes AOK-Mitglied 2019 wegen Krankheit ausgefallen ist, entfallen 2,4 Tage auf Rückenschmerzen. Das sind mehr als 9 Prozent.

Sachsen-Anhalt liegt damit an dritter Stelle nach Mecklenburg-Vorpommern (2,5 Fehltage) und Brandenburg (2,4 Fehltage). Betroffen sind vor allem Beschäftigte mit körperlich stark belastenden Tätigkeiten: An der Spitze stehen Berufe in der Kunststoff- & Kautschukherstellung (durchschnittlich 4,9 Fehltage) und Berufen in der Textilreinigung (4,5 Fehltage), gefolgt vom Beruf der Straßen- und Tunnelwärter (4,4 Fehltage). Die niedrigsten Fehlzeiten aufgrund von Rückenschmerzen hatten Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit durchschnittlich lediglich 0,1 Fehltagen, gefolgt vom Beruf der Tourismuskaufleute mit 0,3 Fehltagen. 

Männer mehr betroffen

Neben der Art der Tätigkeit spielen auch Alter und Geschlecht eine Rolle. So lassen sich in Sachsen-Anhalt Männer häufiger wegen Rückenschmerzen arbeitsunfähig schreiben als Frauen (16,6 zu 14,1 Arbeitsunfähigkeitsfälle je 100 AOK-Mitglieder).Die Fehlzeiten aufgrund von Rückenschmerzen sind regional sehr unterschiedlich. So fehlen die AOK-versicherten Beschäftigten im Landkreis Mansfeld-Südharz wegen Rückenschmerzen am längsten (durchschnittlich 2,9 Fehltage), gefolgt vom Landkreis Börde (2,8 Fehltage). Am wenigsten betroffen sind die Beschäftigten in Halle (Saale) und Magdeburg mit jeweils 1,7 Fehltagen. 

Anders verhält es sich, bezieht man die Anzahl aller Arbeitsunfähigkeitstage wegen Rückenschmerzen mit ein. Hier führt der Landkreis Stendal mit rund 75.000 Arbeitsunfähigkeitstagen im Jahr 2019, gefolgt vom Burgenlandkreis mit 64.000 Tagen. Die wenigsten Arbeitsunfähigkeitstage gab es in Mansfeld-Südharz mit 17.000 und Wittenberg mit 26.000.