Fraktion gibt Kultusminister Dorgerloh Rückendeckung / Kritik heute im Ausschuss

Auch SPD für Schließung von Zwergschulen

Von Jens Schmidt

Magdeburg l Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) hat für seinen Plan, kleine Grundschulen zu schließen, Rückendeckung von der SPD-Fraktion bekommen. "Der Vorschlag ermöglicht trotz der demografischen Entwicklung eine leistungsfähige Schulstruk-tur. Schulen müssen eine Größe erreichen, bei der sie nicht alle zwei Jahre in Frage gestellt werden müssen", sagte Bildungspolitikerin Corinna Reinecke gestern nach der Fraktionsklausur in Drübeck.

Dorgerloh hatte dort seine Vorschläge zu einer künftigen Schullandschaft zur Diskussion gestellt. In Grundschulen sollen ab 2014 mindestens 60 Kinder lernen. 2017 wird die Mindestvorgabe auf 80 Schüler erhöht. Für dünn besiedelte Gebiete und für die Großstädte gibt es spezielle Regelungen. Etwa 70 sogenannter Zwergschulen werden in den nächsten Jahren wohl ihre Türen schließen. Auch der Koalitionspartner CDU steht im Grundsatz hinter dem Vorhaben. Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) erwartet, dass sich durch die Neuordnung 300 bis 400 Lehrerstellen einsparen lassen.

Heute wird es sicherlich nicht so harmonisch zugehen. Da wird sich der Bildungsausschuss im Landtag mit den Plänen befassen. Die Opposition hat die Pläne als untauglich kritisiert. Die Linke forderte die Regierung auf, stattdessen mehr junge Lehrer einzustellen und die Streichung von 2000 Stellen im Schuldienst aufzugeben. Die Grünen favorisieren Grundschulen mit kleinen Außenstellen. Auch das helfe, Kosten zu sparen.

Ungelöst bleibt der regierungsinterne Konflikt um die Neueinstellungen: Dorgerloh erachtet es trotz der Schließungen für notwendig, dass jährlich 380 junge Lehrer in den Schuldienst kommen. Bullerjahn zieht die Grenze bei 200.