Magdeburg l Die Polizisten, die am 5. Februar dieses Jahres um 0.35 Uhr in Hecklingen (Salzlandkreis) einen Mazda-Fahrer kontrollierten, glaubten zuerst, dass der 31-Jährige hinterm Steuer alkoholisiert war. Doch die Auffälligkeiten des Fahrers stellten sich kurze Zeit später als Begleiterscheinungen von Drogen heraus. Der Test verriet Methamphetamin.

Bereits zwei Tage zuvor war ein 31-Jähriger in Tangermünde (Landkreis Stendal) gegen 16.45 Uhr in eine Verkehrskontrolle geraten. Neben einem Alkoholspiegel von 0,6 Promille wurden Kokain und Cannabis festgestellt.

Drogen statt Alkohol

Nur zwei Fälle der jüngeren Vergangenheit. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Auffällig ist dabei, dass der Verdacht der Kontrolleure, einen volltrunkenen Fahrer vor sich zu haben, oft nicht richtig ist. Vielmehr sind es Drogen jeglicher Art, die dazu führen, dass derjenigen hinterm Lenkrad sich und andere gefährdet. Oft wird nach positiven Tests zudem Rauschgift im Auto gefunden.

Der Magdeburger Rechtsmediziner Dr. Norbert Beck kennt die fatalen Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem, die Drogen im Straßenverkehr haben. Er unterscheidet zwischen „Downern“, mit denen man „herunterkommt“, und dem Gegenteil „Upper“. „Cannabis gehört zur ersten Kategorie. Das macht müde, schlapp und weitet die Pupille. Letzteres führt zur starken Blendanfälligkeit und dazu, dass man nicht mehr erkennt, was sich an den Rändern des Gesichtsfelds abspielt.“ Den „Tunnelblick“ gebe es allerdings auch bei den „Uppern". „Bei diesen Drogen wie Kokain, Methamphetamin, Ecstasy und Amphetamin kommt eine gefährliche Selbstüberschätzung hinzu, was in aggressivem, risikofreudigem Fahren mündet.“ Eine zu hohe Dosis ziehe eine erhöhte Körpertemperatur nach sich, die wie bei Fieber zu Fehlwahrnehmungen führe.“

Pupillentest als erster Indikator

Hinweise auf Drogen hinterm Steuer würden geschulte Beamte daran erkennen, dass der Kontrollierte fahrig und übernormal nervös sei. Auch der Pupillentest mit der Taschenlampe gebe einen ersten Aufschluss. Gewissheit gebe aber erst ein Drogentest.

In Sachsen-Anhalt verursachten Drogenfahrer 2017 82 Unfälle. Bei 34 Unfallfahrern wurden sowohl Promille als auch verbotene Substanzen festgestellt.