Wein trotzt Hitze

Bauern rechnen 2015 mit "Top-Jahrgang"

Die Augusthitze setzt den Saale-Unstrut-Weinreben nicht zu - im Gegenteil: Die Sonne könnte einen Spitzenwein sorgen.

Von Petra Buch
Einen Weißwein des letzten Jahrgangs begutachtet die Gebietsweinkönigin Saale-Unstrut, Susanne Rothe, am 11.08.2015 in Freyburg (Sachsen-Anhalt). Die Winzer in Deutschlands nördlichsten Weinanbaugebiet blicken auf eine gute Entwicklung der Trauben auf den insgesamt 760 Hektar Anbaufläche. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Einen Weißwein des letzten Jahrgangs begutachtet die Gebietsweinkönigin Saale-Unstrut, Susanne Rothe, am 11.08.2015 in Freyburg (Sachsen-Anhalt). Die Winzer in Deutschlands nördlichsten Weinanbaugebiet blicken auf eine gute Entwicklung der Trauben auf den insgesamt 760 Hektar Anbaufläche. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa-Zentralbild

Freyburg (dpa) l Die Arbeit in den Weinbergen an Saale und Unstrut kommt in die ganz heiße Phase - aber nicht wegen des Wetters. Die kommenden fünf bis sechs Wochen bis zum Beginn der Lese seien ganz entscheidend für Qualität und Menge des neuen Jahrgangs, teilte der Weinbauverband Saale-Unstrut am Dienstag in Freyburg (Burgenlandkreis) mit. "Der Zuckerspiegel steigt, die Säure fällt", sagte Weinbaupräsident Siegfried Boy. Die anhaltende Hitze und Trockenheit habe den Weinstöcken nicht zugesetzt.

Mitte September wollen die Winzer aus dem rund 760 Hektar großen gemeinsamen Anbaugebiet in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der Haupternte für den Jahrgang 2015 beginnen. Die Ausgangsbedingungen seien top. Gründe seien die Arbeit der Weinbauern in den Lagen und die bisherige Witterung. "Wir sind ohne Frost- und Sturmschäden oder andere Wetterunbilden durch das Jahr gekommen. Und wir hatten viel Wärme zur Blüte der Pflanzen", erklärte Hans Albrecht Zieger, von der Winzervereinigung Freyburg, dem größten Weinproduzenten Ostdeutschlands. Dennoch werde noch etwas Regen gebraucht, vor allem für junge Reben. "Je nachdem, wie das Wetter in den nächsten Wochen wird, wird sich zeigen, wie sich das auf die Qualität und Menge in den deutschen Anbaugebieten auswirken wird", sagte eine Sprecherin des Deutschen Weininstituts in Mainz. Für eine exakte Aussage sei es zu früh.

2014 lag der Ertrag im Anbaugebiet Saale-Unstrut laut Boy bei 4,3 Millionen Litern. "Es könnten in diesem Jahr 5 werden, wenn es nochmal regnet und die Sonne scheint", sagte Boy. Das rund 760 Hektar große Anbaugebiet Saale-Unstrut gilt als das nördlichste unter den 13 Anbaugebieten von Qualitätswein in Deutschland. Bundesweit wachsen Reben auf einer Fläche von rund 100 000 Hektar.