Magdeburg l Um die verfahrene Lage beim Bau des Magdeburger Tunnels besser in den Griff zu kriegen, hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) das Vorhaben jetzt zur Chefsache gemacht. Dazu wird ab 1. Mai ein 15-köpfiger Sonderstab seine Arbeit aufnehmen. „Dem werde ich vorstehen“, sagte Trümper am Freitag der Volksstimme. Mindestens einmal wöchentlich will er Planungen und Baufortschritt persönlich überwachen.

Für die technische Tagesarbeit zuständig ist Projektkeiter Christian Fuß. Der Ingenieur war schon mal Tunnelbauchef, hatte aber Ende 2017 gekündigt. Trümper hat ihn nun wieder zurückholen können. Für den Sonderstab wird die Stadt im City Carré und damit nahe an der Baustelle ein Büro anmieten. Bislang hatte das Bauderzenat das Tunnelvorhaben neben vielen anderen Projekten miterledigt.

2019 nicht zu schaffen

Der kombinierte Auto- und Straßenbahntunnel unter den Eisenbahnbrücken am Hauptbahnhof sollte 2019 fertig sein und bei Planstart 60 Millionen Euro kosten. Wegen zu dünn geplanter Tunnelwände waren die ursprünglichen Ausschreibungspläne und Kostenkalkulation zusammengebrochen. Mittlerweile sind die Kosten auf 139 Millionen Euro geklettert. Der Termin 2019 ist definitiv vom Tisch. „Das wäre unrealistisch“, sagte Trümper.

Die Baufirma Porr mahnt seit Monaten fehlende Pläne an und stellte Hunderte Nachforderungen. Das Unternehmen kalkuliert eine Fertigstellung erst 2022. Ein höheres Tempo würde noch mehr kosten. „Das wollen wir auf alle Fälle verhindern“, sagte Trümper. Er sagte zu, dass in den nächsten Tagen alle Pläne komplett sind. Im Herbst will die Stadt mit Porr eine Zielvereinbarung abschließen, in der Bauzeit und Kosten klar definiert sind.

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