Wenn ein Bauherr kurz vorm Spatenstich seine Pläne umschmeißen muss, liefert er sich dem Bauunternehmen ganz schnell aus. Das erlebt gerade die Stadt Magdeburg mit ihrem Tunnel. Als klar wurde, dass die Wände dicker als geplant zu bauen sind, waren die in der Ausschreibung verhandelten Zeiten und Preise perdu. Nun kann sich das Unternehmen jede Stunde und jede Schraube nachberechnen lassen.

Was tun? Wenn eine Neu-Ausschreibung nicht mehr möglich ist, dann ist es dringend geboten, eine schlagkräftige, profesionelle Truppe aufzustellen, um als Bauherr die Kontrolle zurückzugewinnen. Ein Bauderzenat, das x Projekte betreut, kann das im Tagesgeschäft nicht so eben miterledigen. Trümper handelt jetzt. Wenn auch spät. Die Parteien werden noch Jahre vor Gerichten über Wandstärken und Regress streiten. Denn Tiefbauwerke sind nie einfach und nie präzise kalkulierbar. Politiker tun nur oft so, als ob es so wäre.