Wittenberg (dpa/os) l Acht Jahre ist es her, dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff seinen Amtskollegen Kretschmann zu sich einlud. Jetzt ist der wohl bekannteste Grüne aus Baden-Württemberg tatsächlich in den Osten gereist. Bei einem Kurzbesuch wurden ihm zwei Tage lang von „Fremdenführer“ Reiner Haseloff (CDU) einige Highlights von Sachsen-Anhalt gezeigt.

Los ging es bereits am Mittwochabend mit „Luther statt Ländle“. Winfried Kretschmann (Grüne) wurde zu Beginn der Stippvisite von seinem Amtskollegen und Gastgeber Reiner Haseloff (CDU) in Wittenberg empfangen. Haseloff zeigte der Delegation aus Stuttgart bei einem Rundgang seine Heimatstadt; unter anderem die Wirkungsorte des Reformators Martin Luther.

Mit dem Besuch löste Kretschmann eine acht Jahre alte Einladung ein. Bereits im Jahr 2012 war Haseloff in Baden-Württemberg, als beide Ministerpräsidenten noch nicht lange im Amt waren. Damals sei die Einladung zum Gegenbesuch ausgesprochen worden, sagte ein Regierungssprecher.

Werbung für Urlaub in der Heimat

Die Reise sei wegen Terminschwierigkeiten immer wieder verschoben worden. In Wittenberg zeigte Haseloff seinem Gast den Marktplatz, den Cranachhof, die Marktkirche, die Schlosskirche mit Luthers Grab, das Melanchthonhaus und das Lutherhaus. Beide Ministerpräsidenten waren in Begleitung ihrer Ehefrauen unterwegs. Haseloff warb bei dem Rundgang durch die Stadt auch für Urlaub in der Heimat.

Am Donnerstag stand zunächst die Bauhaus-Stadt Dessau auf dem Programm. Beide Politiker hoben die Verbindungen der Länder hervor. So habe die Klocke-Gruppe, der das Dessau-Roßlauer Pharmaunternehmen IDT Biologika angehört, auch Standorte in Baden-Württemberg. Die Regierungschefs besichtigten das Pharmaunternehmen, das derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet.

Es sei gut zu sehen, mit welchem Hochdruck das Ziel verfolgt werde, sagte Kretschmann. So könne man hoffen, dass in absehbarer Zeit ein wirksamer Impfstoff gegen das Sars-CoV-2-Virus gefunden wird. Zugleich hob der Grünen-Politiker hervor, dass es wichtig sei, sich bei der Bewältigung der Corona-Pandemie mit den einzelnen Bundesländern abzustimmen.