Magdeburg l Ein Bündnis aus Verbänden und der Lehrergewerkschaft GEW fordert eine Verdopplung der Schulsozialarbeiter in Sachsen-Anhalt. Jede Schule müsse die Möglichkeit bekommen, einen Schulsozialarbeiter zu beschäftigen, sagte GEW-Chefin Eva Gerth am Dienstag. Käme es so, würde die Zahl der Stellen von aktuell 400 auf 800 steigen. In einem ersten Schritt soll die Landesregierung möglichst schnell ein Konzept zur dauerhaften Verankerung der Schulsozialarbeit im Land erarbeiten. Mit einer Unterschriftensammlung will das Bündnis 100.000 Unterstützer für sein Anliegen gewinnen.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kündigte am Dienstag ein Konzept noch für 2019 an. Sobald es vorliegt, werde man über den Gesamtbedarf sprechen. Schulsozialarbeiter werden aktuell maßgeblich aus einem befristeten EU-Programm bezahlt. Es läuft Mitte 2020 aus, ob auch danach EU-Geld fließt, ist offen. Das Land wird im Fall eines Wegfalls der Förderung in die Bresche springen. Für 2020/21 stellt es insgesamt 33 Millionen Euro bereit. Die Mittel dürften aber kaum reichen, um die aktuellen Strukturen zu erhalten. Schulsozialarbeiter sind Ansprechpartner für Schüler und sollen Schulabbruch verhindern.