Magdeburg l Weiter Streit um den Einsatz der Bundeswehr bei der Bekämpfung der Borkenkäferplage: Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert betonte am Dienstag im Kabinett, dass sie das Hilfsangebot der Armee für den Landeswald ablehne. Die Grünen-Politikerin sagte danach der Volksstimme: „Unsere Wälder sind nicht mit der Bundeswehr zu retten, sondern das erste Opfer der Klimakrise. Wir müssen zuallererst alle uns möglichen Maßnahmen ergreifen, um die Treibhausgas-Immissionen zu mindern. Das ist konsequenter Klimaschutz.“ Laut Ministerium sind circa 140.000 Hektar Wald im Besitz des Landes.

Dagegen begrüßt Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) einen Einsatz der Bundeswehr. „Wir können jede helfende Hand gut gebrauchen“, bekräftigte er am Dienstag. CDU-Generalsekretär Sven Schulze warf Dalbert eine „politisch motivierte Blockadehaltung“ vor. Wer das Hilfsangebot der Bundeswehr ablehne, gebe sich „der Lächerlichkeit preis“. Schulze fügte hinzu: „Die Bürger fühlen sich im Stich gelassen. Frau Dalbert lässt den Harz sterben.“ Der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt warf den Grünen eine „demagogische Hetzjagd“ vor.

In den sächsischen Wäldern sind indes seit Dienstag die ersten Bundeswehrsoldaten im Kampf gegen den Borkenkäfer im Einsatz. Sie unterstützen Waldarbeiter bei der Beräumung der geschädigten Wälder.