Magdeburg (rk/dpa) l Manuela Schwesig gilt als nahbar, sozial engagiert. Sie ist so etwas wie das Sprachrohr ostdeutscher Sorgen – und für viele Sozis auch ein Hoffnungsträger auf Bundesebene. Doch nun tritt die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns von eben jener großen Bühne zurück – wegen einer Brustkrebserkrankung. Am Dienstag legte sie ihre Ämter als stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Parteichefin nieder. Auf einer Pressekonferenz ging Schwesig offensiv mit ihrer Erkrankung um. „Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig“, so die 45-Jährige. „Nach Gesprächen mit meinen Ärzten bin ich sehr zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde.“ Ihre Ämter als SPD-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin behält sie.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer will die SPD ab Oktober als alleinige Übergangsvorsitzende bis zur Wahl einer neuen Parteispitze führen.

Weniger Sterbefälle

Bundesweit erkranken jährlich rund 70 000 Frauen an Brustkrebs. Mit rund 26 Prozent sind Mammakarzinome, so der Fachbegriff, auch in Sachsen-Anhalt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, wie Zahlen des Klinischen Krebsregisters zeigen. Besonders häufig betroffen sind Frauen zwischen 50 und 69 Jahren mit 45 % aller Neuerkrankungen.

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Bereits seit Anfang der 1990er Jahre ist die Zahl der Sterbefälle bundesweit rückläufig. „Die Überlebenschancen in Deutschland sind hervorragend“, sagt Serban-Dan Costa, Leiter der Universitätsfrauenklinik in Magdeburg. Grund sei vor allem ein „verändertes Bewusstsein“ bei Frauen, die viel regelmäßiger Untersuchungen wahrnehmen. Zudem sei die Zahl der Behandlungsmöglichkeiten gestiegen. „Die Behandlungen können viel individueller auf Patienten abgestimmt werden“, so Costa. Zwar fehle ihm für eine genaue Prognose tiefgreifendes Wissen zu Schwesigs Tumor. Aufgrund ihres Alters bescheinigte der Mediziner ihr grundsätzlich aber „gute Heilungschancen“.