Ministerkonferenz

Bund soll Status des Wolfs prüfen

Sachsen-Anhalt will dem Wolf nun doch nicht sofort an den Pelz. Vor dem Antrag zur Lockerung des Schutzstatus soll zunächst der Bund prüfen.

Von Alexander Walter 01.04.2017, 01:01

Magdeburg l Vor einer Lockerung des Schutzstatus für den Wolf soll das Bundesumweltministerium zunächst prüfen, wie bedroht die Tierart tatsächlich ist. Einem entsprechenden Antrag von Landes-Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) stimmten am Freitag bei der Agrarministerkonferenz der Länder in Hannover die Amtskollegen zu. Nur für den Fall, dass der Bund zum Ergebnis kommt, dass der Schutzstatus gelockert werden kann, wollen Sachsen-Anhalt und acht weitere Länder den Bund um einen Antrag bei der Europäischen Kommission bitten. Ähnlich soll der Bund auch bei Kormoran und Biber verfahren.

„Beim Thema Wolf kochen derzeit die Gemüter hoch“, sagte Dalbert zur Begründung. Der Vorschlag solle helfen, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. „Mit Gefühlen kommen wir nicht weiter. Schon gar nicht in Brüssel“, erklärte die Umweltministerin.

Mit dem Vorstoß bremst Dalbert eine Ankündigung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) aus. Er hatte am Donnerstag erklärt, direkt auf die Lockerung des Schutzstatus für den Wolf bei der EU drängen zu wollen. Anlass war der Fund eines Kadavers in Magdeburg am Mittwoch, bei dem es sich mit hoher Sicherheit um einen Wolf handelte. Der Wolf ist in Deutschland nach internationalen Vorschriften streng geschützt.