Magdeburg l Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der als möglicher nächster CDU-Chef und Kanzlerkandidat gehandelt wird, hat von seiner Partei gefordert, die Themen Ökonomie und Ökologie besser mit einander zu verbinden. Das sagte er auf einer Veranstaltung des CDU-nahen Wirtschaftsrates am Dienstagabend in Magdeburg.

Das Thema Umwelt dürfe die CDU nicht allein Grünen und Demonstranten auf der Straße überlassen. „Deutschland muss auch im 21. Jahrhundert ein Industrieland sein", so Merz. Er sei davon überzeugt, einen erheblichen Teil der AFD-Wähler bei kommenden Wahlen für die CDU gewinnen zu können. Die konkrete Frage nach einer Kanzlerkandidatur ließ er offen.

Merz war Ende 2018 im Rennen um den CDU-Vorsitz knapp Kramp-Karrenbauer unterlegen. Kramp-Karrenbauer hatte am Montag bekannt gegeben, dass sie nicht Kanzlerkandidatin der Union werden will. Das Amt als Parteivorsitzende will sie an den Kanzlerkandidaten oder die Kanzlerkandidatin abgeben, wenn diese Person bestimmt wurde.

Merz kündigte an, die Steuerlast senken zu wollen, für Arbeitnehmer, aber auch für Unternehmer. Eine Verbesserung des Investitionsklima sei dringend notwendig. Die Steuern seien in der Vergangenheit stärker gestiegen als die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Deutschland.

Die Frage, wie es die CDU mit AfD und Linken hält, sei nicht erst seit den Wahlen in Thüringen bedeutsam, so CDU-Landeschef Holger Stahlknecht kurz vor der Rede von Merz. Es gebe ein Abstandsgebot zu  AfD und Linken. Das sei wichtig, weil beide Parteien nicht der DNA der CDU entsprächen. Stahlknecht schloss deswegen eine CDU-Minderheitsregierung mit Hilfe von AfD und Linken aus.  Derjenige, der sich in einer Minderheitsregierung mit der AfD gemein mache, riskiere ein Abhängigkeitsverhältnis und werde zu einem trojanischen Pferd, das extremistische Positionen transportiere.

Wähler zurückgewinnen

Man dürfe sich aber auch nicht vom linken Mainstream in die rechte Ecke drängen und als Faschist beschimpfen lassen. Merz betonte, es dürfe in der CDU keinerlei Bereitschaft geben, mit Feinden der Demokratie zusammenzuarbeiten. Mit dem Begriff Faschismus werde aber derzeit in Deutschland inflationär umgegangen. Er sei davon überzeugt, einen erheblichen Teil der bisherigen AfD-Wähler wieder für die CDU gewinnen zu können.