Magdeburg l Sachsen-Anhalts Landeschef Holger Stahlknecht setzt dem Landtagsabgeordneten Lars-Jörn Zimmer die Pistole auf die Brust. Dieser hatte in der Sendung „Berlin direkt" eine CDU-Minderheitsregierung mit Hilfe der AfD nicht ausgeschlossen.

Nach Beschlusslage der CDU gilt jedoch ein Kooperationsverbot mit der Rechtsaußen-Partei.

„Jetzt ist Schluss", sagte Stahlknecht. Sollte es Zimmer „aus innerer persönlicher Überzeugung" nicht möglich sein, dass seine Äußerungen der Beschlusslage in Fraktion und Partei entsprechen, „sollte er für sich die personellen Konsequenzen ziehen". Damit zielt Stahlknecht auf die Funktionen Zimmers im Landesvorstand und als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

Zimmer war 2019 Mitautor einer parteiinternen Denkschrift, in der unter anderem gefordert wurde, dass das „das Nationale mit dem Sozialen" wieder versöhnt werden müsse.

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), kritisierte Zimmer ebenfalls scharf.

"Ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender, der trotz der gerade geschehenen Ereignisse in Thüringen mit einer AfD-Duldung in Sachsen-Anhalt kokettiert, handelt verantwortungslos", sagte er.

„Mein Eindruck bestätigt sich, dass für einige in der Fraktion Politik nur als ein Schachspiel verstanden wird, um Posten zu erobern und Macht zu verkörpern. Ich vermisse Inhalte, ein Wertekorsett, Bescheidenheit und Demut."  Und weiter: „Ich verstehe nicht, wie es mit einem christlichen Menschenbild vereinbar sein kann, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, die zahlreichen Menschen in ihren Reihen hat, die erkennbar unsere Grundordnung destabilisieren und am Ende beseitigen wollen."