Magdeburg (rk/dpa) l Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert hatte zuletzt im Vergleich zu ihren Amtskollegen einen der schmutzigsten Dienstwagen. Das behauptet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in ihrem Dienstwagen-Check 2019. Demnach stieß der Hybrid-BMW von Dalbert, in dem sie bis September chauffiert wurde, rund 231 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus. Noch dreckiger sind nur die Luxuskarossen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Priska Hinz (Hessen) und Ursula Heinen-Esser (Nordrhein-Westfalen).

Sachsen-Anhalts Umweltministerium erklärte auf Anfrage, man könne sich nicht erklären, wie die Umwelthilfe auf diese Zahl komme. Eigene Berechnungen zum Realverbrauch hätten einen CO2-Ausstoß von 182 Gramm pro Kilometer ergeben. Dies gelte auch für den neuen Dienstwagen Dalberts – der BMW 745e i Performance. Während bei diesem Auto Elektromotor und Verbrenner zusammenarbeiten, lässt sich Ministerpräsident Reiner Haseloff noch in einem Diesel-BMW chauffieren: 238 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Ranking der 16 Regierungschef landet Haseloff damit auf Platz neun.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ist demnach der am umweltfreundlichsten motorisierte Länderchef (200 g CO2 pro Kilometer). Letzter: Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller. Sein aktuelles Modell - ein gepanzerter S-Klasse-Mercedes - stößt laut DUH 408 Gramm CO2 je Kilometer aus.

Zum 13. Mal hat die DUH die Dienstwagen aller Landesregerungen sowie zahlreicher Bundespolitiker untersucht. Bei ihrer Erhebung berechnet die DUH die Abweichung der Herstellerdaten von Messwerten im tatsächlichen Fahrbetrieb. Sie stützt sich auf Methoden des Umweltforschungsverbunds ICCT, der den VW-Abgasskandal mit aufdeckte.