Magdeburg (dpa) l Die Bundesregierung soll sich für eine Absicherung von Reisegutscheinen für den Fall einer Insolvenz des Veranstalters einsetzen. Das haben die Verbraucherschutzminister der Länder beschlossen, wie die für den Verbraucherschutz zuständigen Ministerien am Dienstag in Magdeburg mitteilten. Das Land hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Verbraucherschutzministerkonferenz inne.

Im Zuge der Corona-Krise hatten zahlreiche Reiseveranstalter bei Reiseabsagen ihren Kunden Wertgutscheine statt einer Kostenerstattung angeboten. Zwar seien viele Verbraucher bereit, freiwillig solche Gutscheine zu akzeptieren, hieß es in der Mitteilung. Diese Gutscheine seien jedoch nicht gegen Insolvenzrisiken abgesichert. Dies solle die Bundesregierung ändern. Zudem halte die Ministerkonferenz eine bessere Insolvenzabsicherung insbesondere bei Flugreisen für notwendig.

Den Angaben zufolge sprachen sich die Verbraucherschutzminister auch dafür aus, Verbrauchern längere Zeit einzuräumen, in der sie mit Zahlungen im Verzug bleiben können. Seit April können über das "Leistungsverweigerungsrecht bei Dauerschuldverhältnissen" zum Beispiel Mieten oder Stromkosten vorübergehend ausgesetzt werden. Die Bundesregierung solle prüfen, ob eine Verlängerung dieser befristeten Regelungen möglich sei. Ziel sei es, eine finanzielle Überforderung der Verbraucher zu vermeiden.