Halle (aw/dpa) l Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält eine Lockerung der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach den Osterferien für möglich. Denkbar sei etwa, dass Kontaktverbote weniger strikt umgesetzt werden, wenn dafür andere Maßnahmen eingehalten werden. Eine schrittweise Lockerung der Einschränkungen solle etwa mit "dem flächendeckenden Tragen von Mund-Nasen-Schutz einhergehen", heißt es in einer Stellungnahme der Leopoldina, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Zudem sprachen sich die Experten dafür aus, digitale Werkzeuge zu nutzen, in denen Personen "freiwillig und unter Einhaltung von Datenschutz sowie Persönlichkeitsrechten" Daten über mögliche Infektionswege zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollten die Kapazitäten für Corona-Tests weiter erhöht werden und während einer Übergangszeit auch Einrichtungen der Tiermedizin genutzt werden.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Leopoldina eine Arbeitsgruppe gebildet hat, um eine Lockerung der Maßnahmen zu bewerten. "Da werden im Grunde Entscheidungsgrundlagen für uns gelegt, auf die wir uns dann auch stützen können", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) vergangene Woche Donnerstag in Berlin. Die Leopoldina wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft im Ausland, liefert Debattenbeiträge zu den drängenden aktuellen Problemen und berät die Politik mit entsprechenden Stellungnahmen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte der Volksstimme: „Das sind nachvollziehbare und wichtige Vorschläge. Es muss jetzt mit Bund und Ländern die konkrete Umsetzung besprochen werden.“ Die nächsten Gespräche finden am 7. und 14. April statt.