Magdeburg l 1977 Menschen in Sachsen-Anhalt sind bislang am Coronavirus erkrankt, davon sind mindestens 1844 bereits wieder genesen. Hat ein Patient die Infektion einmal überwunden, bildet er – individuell unterschiedlich stark – Antikörper gegen das Virus in seinem Blut aus.

Therapie Neuerkrankter

Die Unimedizin Magdeburg will das schon bald für die Therapie Neuerkrankter mit schweren Verläufen nutzen. „17 mögliche Spender haben wir bereits identifiziert“, sagte Gert Heuft, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin des Uniklinikums Donnerstag in Magdeburg.

Ab August wolle man Spendern Plasma abnehmen, das dann als Medikament für Patienten des Uniklinikums eingesetzt werden soll. Plasma Genesener sei bereits bei der Spanischen Grippe nach dem Ersten Weltkrieg oder bei der Vogelgrippe eingesetzt worden, ergänzte Heuft.

Auch bei Corona-Patienten sind Behandlungen demnach sehr positiv verlaufen. Dokumentiert sind dem Experten zufolge 27 Fälle aus China. 26 Patienten konnten nach der Behandlung genesen entlassen werden. Der Mediziner rief Freiwillige zur Blutspende für das Vorhaben auf.

Forschungsprojekte

Neben dem neuen Behandlungsansatz setzt die Magdeburger Unimedizin mehrere weitere Forschungsprojekte um. Darunter ist eine groß angelegte Studie, die die Ausbreitung der Corona-Infektion bei 2000 Blutspendern aus dem Großraum Magdeburg untersuchen soll.

Die auf 21 Monate angelegte Untersuchung soll die Ausbildung von Antikörpern im Blut der Spender untersuchen – ein Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. Sie soll zudem beleuchten, welche Rolle Alter, Geschlecht und soziale Kontakte für die Erkrankungshäufigkeit spielen.