Arendsee l Sechs Kinder und zwei Betreuer wurden am Montag auf Corona getestet. Die übrigen 88 Urlauber konnten am Freitag wie geplant abreisen, aber keine neuen Gäste in die Einrichtung kommen. Hintergrund der Entwicklungen ist ein bestätigter Corona-Fall. Ein Kind wurde am vergangenen Dienstag auf Grund des Verdachts nach Hause geschickt. Am Freitag gab es dann eine Nachricht vom Gesundheitsamt Berlin-Spandau: Der Junge hat Corona.

Danach reisten die übrigen Urlauber ab, alle geplanten Ankünfte wurden abgesagt. Eine Ausnahme bildet die Gruppe, mit der das Kind im KiEZ war. Die acht Urlauber befinden sich in Quarantäne. Dafür wird ein Bungalow auf dem Gelände der Einrichtung genutzt. Sechs Kinder und zwei Betreuer sind noch da. Darüber informierte die Pressestelle des Altmarkkreises Salzwedel. Sie stehen unter Qurantäne und sind in einem Bungalow auf dem Gelände unterbracht.

Vom Salzwedeler Gesundheitsamt wurden die Corona-Tests beauftragt. Dies lief ohne Probleme ab, wie Birgit Eurich, Pressesprecherin des Altmarkkreies-Salzwedel auf Nachfrage deutlich machte. Auch 20 Mitarbeiter des Ferienzentrums wurden gestern vorsichtshalber getestet. Das betreffende Kind kommt aus Berlin-Spandau. Bei den Eltern wurde das Virus bereits am Montag nachgewiesen.

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Durch das Hygienkonzept der Arendseer Einrichtung konnten die Kontaktpersonen eingegrenzt werden. Der junge hatte nicht zu allen Gästen Kontakt sondern nur zu seiner kleinen Gruppe. „Bis zum Vorliegen der Test-Ergebnisse dürfen keine neuen Gruppen anreisen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Am heutigen Dienstag sollen die Ergebnisse vorliegen, für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz angesetzt. Dort gibt es auch Informationaten über mögliche weitere Schritte. Es können auch zu einer Entwarnung kommen, die wieder zu etwas Normalität führen würde. Auf den Straßen der Kleinstadt war das Thema gestern immer wieder präsent.

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe hofft auf negative Ergebnisse. Ansonsten könnte dies Auswirkungen auf den Tourismus im Luftkurort haben und Urlauber davon abhalten in die Region zu reisen. Gerade derzeit ist innnerhalb der Stadt vom aktuellen Deutschland-Urlaub-Trend besonders viel zu merken. Nicht nur das Strandbad wird stark genutzt. Auch der kommunale Campingplatz stößt an seine Kapapzitätsgrenzen. Der wachsende Bedarf wird rund um den Arendsee sichtbar. Gäste mit Caravan oder Wohnwagen weichen immer häufiger auf öffentliche Parklätze aus.

Die übrigen Urlauber im Kinder- und Jugenderholungszentrum konnten abreisen. Auch deshalb, weil streng auf Hygienemaßnahmen und Abststandregeln geachtet werde. Drauf verweist KiEZ-Geschäftsführerin Kirsten Hohmeyer. Ein Beispiel aus der Praxis: Jeder Gruppe hatte ihren eigenen Tisch im Speisesaal und feste Essenszeiten.

Was bleibt sind die Unsicherheiten durch die aktuelle Situation. Und diese spürt auch der Sporvererein Arendsee. Einige Gruppen, die nun nicht anreisten oder am Freitag gleich wieder weg fuhren, wollten im KiEZ übernachten und das Fußballstadion in der Nähe für Trainingslager nutzen. Dieses wird vom Verein betrieben. Die Ehrenamtlichen müssen mit finanziellen Einbußen leben, befürchtet Vorsitzender Martin Retzlaff. Er meldete sich gestern zu Wort. So sollte es am vergangenen Sonntag ein Fußball-Testspiel zwischen der heimischen D-Jugend und Gästen aus Rathenow, die im KiEZ gebucht hatten, geben. Doch daraus wurde nicht.