Magdeburg/Köthen (dpa) l Mehr als 3500 SPD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt können bei einer anstehenden Befragung über das künftige Landes-Führungsduo entscheiden. Das sagte ein Parteisprecher am Mittwoch in Magdeburg. Zuvor war am 1. Oktober die Eintrittsfrist abgelaufen. An diesem Tag wurde mit dem Satiriker Jan Böhmermann auch ein prominentes Neu-Mitglied in Köthen aufgenommen. Doch der Neu-Sozialdemokrat bleibt bei der Kür der Landesspitze außen vor.

Zwar sei der Satiriker am 1. Oktober aufgenommen worden, sagte der Parteisprecher. Allerdings lief die Eintrittsfrist für die Mitgliederbefragung bereits 16 Uhr ab. Böhmermanns Eintritt war erst gültig, nachdem am späten Abend die Kreis-SPD in Anhalt-Bitterfeld grünes Licht für eine Ausnahmeregelung gegeben hatte.

Sachsen-Anhalts SPD will auf einem Parteitag im Januar die Nachfolge für den derzeitigen Landeschef Burkhard Lischka bestimmen. Sie ist nach eigenen Angaben die erste Landes-SPD, die dann eine Doppelspitze wählt. Drei Männer und zwei Frauen stehen zur Wahl für ein gemischtes Duo. Ab 25. Oktober können die 3543 Parteimitglieder schriftlich für ihren Favoriten und ihre Favoritin votieren.

Auch für die Bundes-SPD wird derzeit eine neue Doppelspitze gesucht. Böhmermanns Ambitionen, ein Parteibuch zu ergattern, erwuchsen, weil er selbst antreten will. Dazu suchte er sich den kompliziertesten Weg: Statt einfach in seiner Heimat in Köln-Ehrenfeld einzutreten, suchte er sich Köthen aus. Das ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich – und für die brauchte es grünes Licht aus der Heimat und vom zuständigen Kreisverband Anhalt-Bitterfeld. Beides ist jetzt da.