Halle (dpa) l Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben nach der Rettung einer Sechsjährigen aus der Saale in Halle die Ermittlungen aufgenommen. Die Kriminalpolizei bildete eine neunköpfige Ermittlungsgruppe mit dem Namen "Elsa". Grund dafür ist, dass die Abläufe vom Verschwinden des Kindes bis zur Rettung aus dem Fluss bisher noch nicht vollständig aufgeklärt werden konnten, wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. "Es gibt kein Verfahren gegen die Eltern", betonte er.

Ein 45 Jahre alter Jogger hatte laut Polizei am Sonntag gegen 8.30 Uhr an der Saale Hilferufe gehört. Mit Unterstützung eines 22 Jahre alten Läufers habe er das Mädchen vor dem Ertrinken aus dem eiskalten Fluss gerettet. Die Sechsjährige kam in ein Krankenhaus, ihr Gesundheitszustand wurde als stabil beschrieben.

Die Eltern der Sechsjährigen hatten ihr Kind als vermisst gemeldet. Letztmalig sahen sie es gegen 7.25 Uhr, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft wohnt die Familie des Mädchens in Halle. Der Ort, an dem es aus der Saale gerettet wurde, ist nahe der City. Die Ermittler suchen nach Zeugen, die das Kind, das den Angaben nach mit einem Schlafanzug bekleidet war, gesehen haben.

Erste mögliche Zeugen aus dem Umfeld des Kindes wurden befragt. Ein Fährtenhund wurde am Sonntag eingesetzt, um den Weg nach dem verschwinden des Kindes zu rekonstruieren. Kriminaltechniker suchten nach Spuren in der Wohnung der Familie sowie am Ort der Rettung.