Magdeburg l Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hat schwere Versäumnisse nach der Prügelattacke in einer Straßenbahn in Magdeburg eingeräumt. „Noch am Tatort ist es zu Fehleinschätzungen gekommen, die zu nicht hinnehmbaren Verzögerungen der weiteren Ermittlungen geführt haben“, sagte er in einem Gespräch mit der Volksstimme. Der Vorgang werde mit größtmöglicher Transparenz aufgeklärt.

Zugleich betonte Stahlknecht, dass die polizeilichen Ermittlungsfehler „kein strukturelles Problem“ seien. „Ich habe die Hoffnung, dass ein Gericht ein knallhartes Urteil spricht mit einer Freiheitsstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird“, fügte der Innenminister hinzu. „Es wäre ein gutes Zeichen, wenn so jemand für ein paar Jahre hinter Schloss und Riegel käme.

Ein 34-jähriger Syrer hatte am Gründonnerstag eine Abiturientin und einen Medizinstudenten schwer verletzt. Die Polizei hatte ihn zunächst laufen lassen. Er sitzt seit voriger Woche in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Burg. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg will „in den nächsten Wochen“ Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erheben.

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