Magdeburg l Das Amtsgericht Magdeburg hat die CDU-Europawahlkandidatin Melanie Gottwald am Dienstag wegen Insolvenzverschleppung zu einer Geldstrafe von 3250 Euro verurteilt. Die 39-Jährige muss zudem die Kosten des Verfahrens und eines eigens angefertigten Rechtsgutachtens tragen. Der Betrag dafür übersteigt die Höhe der Geldstrafe nach Volksstimme-Informationen noch einmal deutlich.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Gottwald 2017 als Geschäftsführerin der Zeitarbeitsfirma Delta GmbH deren Zahlungsunfähigkeit viel zu spät angezeigt hatte. Gottwald selbst hatte im Vorfeld darauf verwiesen, ihr Amt zum fraglichen Zeitpunkt längst niedergelegt zu haben. Ihr Name habe lediglich noch im Handelsregister gestanden. Das Verfahren hat für Gottwald auch berufliche Folgen.

Ein Arbeitsvertrag mit der 39-Jährigen als Assistentin des CDU-Landesvorsitzenden und als Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit sei aufgelöst worden, sagte CDU-Landesgeschäftsführer Mario Zeising. Grund sei, dass Gottwald im Vorfeld nicht über das Verfahren informiert habe. Gottwalds Listenplatz 4 für die Europawahl bleibt unberührt. Er gilt allerdings als aussichtslos.