Magdeburg (dpa) l An den Kommunal- und Europawahlen haben sich bis zum frühen Sonntagnachmittag mehr Sachsen-Anhalter beteiligt als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben 31,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2014 hatte die Wahlbeteiligung bei 22,7 Prozent gelegen, am Ende waren es damals 43 Prozent gewesen.

Die Wahlbeteiligung bei den 16- bis 18-Jährigen lag laut der Landeswahlleiterin bis 14.00 Uhr bei 16,8 Prozent und damit nur geringfügig höher als 2014. Damals waren es 15,5 Prozent gewesen.

In Sachsen-Anhalt sind rund 1,88 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet. "Alle Wahlberechtigten werden aufgefordert, unbedingt die noch verbleibende Wahlzeit zu nutzen, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen", appellierte die Landeswahlleiterin an die Sachsen-Anhalter.

Vielerorts war am Sonntag – zumindest zeitweise – Schlangestehen angesagt in den Wahllokalen. In Wittenberg musste Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auch einige Minuten auf seine drei Wahlzettel warten. Er sagte, er habe den Eindruck, dass das Wahllokal voller gewesen sei als sonst üblich. Das freue ihn.

Der SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz postete ein Foto von sich beim Urnengang in Wittenberg. Er trug einen blauen EU-Kapuzenpullover. Bildungsminister Marco Tullner gehörte zu den ersten in einem Wahllokal in Halle, morgens schrieb er zu einem Bild von Muster-Wahlzetteln "Wir waren wählen. ;-)".

Neben den elf Kreistagen und drei Stadträten der kreisfreien Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau werden Gemeinde- und Ortschaftsräte neu gewählt. Insgesamt sind es rund 1000 kommunale Gremien. Hinzu kommen die Wahlen zum Europäischen Parlament. Rund 20.000 Wahlhelfer sind den Angaben zufolge im Einsatz.

Bei den Kommunalwahlen treten nach Angaben der Landeswahlleitung mehr als 14.000 Kandidaten für Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte an. Die größte Gruppe stellen dabei parteiunabhängige Wählergruppen mit insgesamt 4864 Kandidaten. Die CDU schickt 3100 Bewerber ins Rennen, gefolgt von der SPD mit 1864 und der Linken mit 1523 Kandidaten. Für die FDP treten 1031 Bewerber an, bei der AfD sind es 659 und für die Grünen 630. 236 Kandidaten sind Einzelbewerber.

Bei der Europawahl haben die Sachsen-Anhalter die Auswahl zwischen 40 Parteien und politischen Vereinigungen. Neben den in Landtag und Bundestag vertretenen Parteien CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD sind darunter zum Beispiel die Piratenpartei, die Familien-Partei und die Feministische Partei. Aus Sachsen-Anhalt sitzen derzeit mit Sven Schulze für die CDU und Arne Lietz für die SPD zwei Vertreter im Straßburger Parlament.