Magdeburg l Im Prozess gegen den ehemaligen Harzer Chefarzt mit der Koks-Masche sind am Freitag zwei weitere Zeugen am Landgericht Magdeburg vernommen worden. Der Vorwurf: Der Angeklagte soll in mindestens zehn Fällen fünf Frauen vor und während des Sexualaktes heimlich Kokain verabreicht haben. Dies endete für eine 38-jährige Schönebeckerin tödlich.

Ihre betreuende Ärztin am Halberstädter Ameos-Klinikum bestätigte am Freitag in der öffentlichen Verhandlung, dass der „Drogenwert sehr hoch“ war. In der Folge sei es zu einem Herzstillstand und einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns gekommen, die schließlich zum Tod geführt habe.

Der zweite Zeuge, ein Anästhesist, meinte sogar: „Die Dosis war drei Zehnerpotenzen höher als es für einen Rausch üblich ist.“ Eine so hohe Konzentration sei auf üblichem Wege nicht erreichbar. Diese Information habe er von einem Rechtsmediziner erhalten. Das toxikologische Gutachten soll noch Gegenstand an einem der kommenden Prozesstage sein.

Sowohl die Ärztin als auch der Anästhesist bestätigten, dass Angehörige von „Wesensveränderungen“ des mutmaßlichen Opfers sprachen. Die Rede war von Egozentrik, Gewichtsverlust und Haarausfall; allesamt mögliche Folgen eines vorhergehenden Kokainkonsums. Bereits beim Prozessauftakt berichtete die ehemalige Freundin des Opfers, dass es seit einem Jahr mit dem Angeklagten verkehrt habe. Der Prozess wird am Donnerstag, 11. Oktober, fortgesetzt.