Experte: Kopf-an-Kopf-Umfragen nützten der CDU

Von dpa

Darmstadt - Das in Umfragen prognostizierte Kopf-an-Kopf-Rennen hat der CDU bei der Sachsen-Anhalt nach Einschätzung des Politologen Christian Stecker in die Karten gespielt. „Ich glaube, das hat zu vielen Wählerwanderungen geführt von Linken, SPD und Grünen zur CDU“, sagte der aus Halle stammende Darmstädter Wissenschaftler am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „In dem Moment, in dem es darum ging, die AfD nicht zur stärksten Kraft zu machen, haben sich einige entschieden, strategisch zu wählen. Und dadurch sind der CDU noch Wählerinnen und Wähler zugeflossen.“

Bei der Landtagswahl behauptete sich die CDU laut vorläufigem Ergebnis als klar stärkste Partei vor der AfD. Einige der Umfragen hatten noch kurz vor der Wahl beide Parteien annähernd gleichauf gesehen - nach der Wahl lagen beide etwa 16 Prozentpunkte auseinander.

„Man sollte viel transparenter die Unsicherheit dieser Umfragen angeben“, fordert daher Stecker. Umfragen suggerierten eine Präzision, die es vor allem im Osten mit der geringen Parteienbindung nicht gebe. Den Wählern müsse ein kritischer Umgang mit Umfragen vermittelt werden: „Ein Balken, der angibt, dass die AfD vielleicht einen Prozentpunkt hinter der CDU liegt, es aber auch zehn sein können, wäre schon hilfreich“, sagte der Politologe.