Magdeburg l Mehr Frust als Freude: An einer bundesweiten Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) haben auch rund 3000 Sachsen-Anhalter im jüngsten „Fahrradklima-Test“ teilgenommen. Sie bewerteten in 15 Städten die Radfahrbedingungen im Land durchschnittlich mit der Schulnote 4. „Wir liegen damit bundesweit in der unteren Hälfte“, erklärte ADFC-Landes-vorsitzender Martin Hoffmann gestern zur Veröffentlichung der Zahlen. Insgesamt nahmen 683 Städte an der Bewertung teil.

Abgestimmt hatten bundesweit 170.000 Menschen. Vor allem das schwindende Sicherheitsgefühl macht der Fahrradlobby Sorgen. Unter den mittleren Großstädten schneidet bei der Bewertung des Fahrradklimas Magdeburg auf Platz 17 besser ab als Halle (Platz 23 von 25 in dieser Kategorie). Beim Test stellte sich heraus, dass sich die Radfahrer nicht nur unsicher, sondern von Städten und Gemeinden auch im Stich gelassen fühlen. So bewerteten die Magdeburger „Falschparkerkontrollen auf Radwegen“ mit Note 5 und die Hallenser sogar mit 5,2. Halberstadt reichte mit 4,6 an das Ergebnis dicht heran.

Auch der Fahrraddiebstahl ist ein drängendes Problem nicht nur in Halle (5,5) und Magdeburg (5,4). Ähnlich bewerteten dies auch die Halberstädter und Wernigeröder jeweils mit der Note 4,8. Hoffmann: „Das größte Problem ist hier auch, dass zu wenige sichere Fahrradparkplätze zum Anschließen der Räder zur Verfügung gestellt werden.“ Den Zustand der Radwege bewerteten die Befragten ebenfalls oft schlecht. Alle, außer Eisleben und Köthen, gaben eine Note vier oder schlechter. Auch die Verkehrsführung an Baustellen wurde bemängelt. Hier schneiden Magdeburg (5,1) und Stendal (5,0) am schlechtesten ab.

Obwohl der ADFC-Test nicht repräsentativ ist, gilt er als Stimmungsbarometer. Landespräsident des Städte- und Gemeindebundes Lutz Trümper: „Wir nehmen das Thema sehr ernst. Nur können wir nicht alles auf einmal leisten.“

"Fahrradfreundliche Städte ziehen Menschen an und haben eine hohe Lebensqualität. Das sollten die Kommunen erkennen und bei der Infrastruktur nachbessern", findet unser Reporter in seinem Kommentar.