Magdeburg (dpa) l Die Ermittlungen zum nächtlichen Tod eines 22-Jährigen in Köthen sind auf der Zielgeraden. Die Staatsanwaltschaft will noch im Oktober Anklage erheben, wie ein Behördensprecher am Mittwoch in Dessau-Roßlau sagte. Die Ermittler gehen weiterhin vom Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge aus. Der Verdacht gegen zwei 18 und 20 Jahre alte Männer habe sich erhärtet. Der herzkranke 22-Jährige war in der Nacht zum 10. September nach einem nächtlichen Streit auf einem Spielplatz an einem Infarkt gestorben.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll er sich zuvor schlichtend in einen Streit zwischen den beiden beschuldigten afghanischen Staatsbürgern eingeschaltet haben und dabei ins Gesicht geschlagen worden sein. Inzwischen seien weitere Zeugen befragt und auch die Daten des Herzschrittmachers des Toten ausgewertet worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Details zu neuen Erkenntnissen wollte er unter Verweis auf das Ermittlergeheimnis nicht nennen.

Der Fall war Anlass für mehrere Demonstrationen in Köthen, an denen nach Polizeiangaben auch jeweils mehrere hundert Rechtsextreme teilnahmen. Zuletzt hatte die rechte Szene Ende September in die Kleinstadt mobilisiert. Parallel hatte die Hochschule Anhalt ein Fest für Weltoffenheit geplant. Weil Verwaltungsgerichte jedoch entschieden, dass nicht dem Fest, sondern den Rechten als Erstanmelder der Marktplatz als Versammlungsort zustehe, verschoben es die Veranstalter. Es soll an diesem Samstag mit Unterstützung aller anderen sachsen-anhaltischen Hochschulen nachgeholt werden.