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Feininger besucht Quedlinburger Galerie

Vor 150 Jahren kommt Lyonel Feininger in New York City zur Welt. Sein aufregendes Künstlerleben wird in Quedlinburg in einer großen Ausstellung umrissen. Sein Enkel macht sich ein Bild - und der ist jetzt Dessauer.

Von dpa
Besucher gehen in die Lyonel-Feininger-Galerie.
Besucher gehen in die Lyonel-Feininger-Galerie. Waltraud Grubitzsch/zb/dpa/Archivbild

Quedlinburg - Erst Mecklenburg-Vorpommern, dann Sachsen-Anhalt: Nach Besuchen in Ahrenshoop und Ribnitz-Damgarten ist Conrad Feininger am Samstag in Sachsen-Anhalt erneut auf den Spuren seines berühmten Großvaters gewandelt. Er besuchte die Lyonel-Feininger-Galerie in der Harzstadt Quedlinburg. Anlass war der 150. Geburtstag Lyonel Feiningers, der am 17. Juli 1871 in New York City zur Welt gekommen ist. Aktuell wird in dem nach eigenen Angaben weltweit einzigen Museum, das sich dem Werk des Malers und Bauhausmeisters widmet, die Jubiläumsschau „Becoming Feininger“ gezeigt. Sie geht in die Verlängerung und ist bis zum 9. Januar 2022 zu sehen, sagte Museumsdirektorin Gloria Köpnick am Samstag in Quedlinburg.

Conrad Feininger sah sich zusammen mit seiner aus Dessau-Roßlau stammenden Lebensgefährtin die aus drei Sammlungen zusammengestellte Retrospektive an. Der 62-Jährige ist der Sohn des Fotografen Theodore Lux Feininger (1910-2011) und hat bis Herbst 2020 in den USA gelebt und als Schauspieler gearbeitet. Dann zog er der Liebe wegen in die Stadt, in der sein Opa von 1919 bis 1932 am Bauhaus als Meister wirkte. „Wir haben uns im September 2019 im Internet kennengelernt“, sagte Conrad Feiningers Partnerin Marie-Luise am Rande des Ausstellungsrundgangs. „Ein Jahr später ist er zu mir nach Dessau gezogen.“ Genau wie sein Vater habe auch Conrad Feininger ein Faible für Fotografie, verriet sie.

Der 150. Geburtstag Lyonel Feiningers war auch Anlass für eine Buchpremiere. Das für Kinder gemachte Bilderbuch „Das Fahrrad des Malers“ wurde in sechsmonatiger Arbeit vom Künstler Robert Voss aus Halle gestaltet. Das 28-seitige Werk soll in der Museumspädagogik zum Einsatz kommen, werde aber auch im Galerie-Shop angeboten, hieß es. Die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg ist seit 2006 Teil der Stiftung Moritzburg Halle, Träger ist die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.