Köthen l Seit dem Jahr 1994 berichtet die Fernsehsendung stern-TV über Karin Ritter aus Köthen. Die rechtsextreme Familie rund um die Kinder Norman, Christopher und  Andy und Enkelkind Jasmin sind seit drei Generationen in einer  Spirale aus Gewalt, Ressentiments, Drogen und Alkohol gefangen. Nun scheint es zumindest für ein Familienmitglied Anlass zur Hoffnung zu geben.

Am 8. Januar war es wieder soweit: Der Jahresüberblick über die Ritters zeigte die unrühmlichen Höhepunkte des vergangenen Jahres. Bereits im Herbst 2018 sollte die Obdachlosenunterkunft in der Köthener Augustenstraße renoviert werden. Weil die drei Söhne aber Bauarbeiter bedrängten, wurde der Zwangsauszug in die Adolf-Kolping-Straße durch die Stadtverwaltung verhängt.

Viel Ärger um die Sanierung

Im April 2019 konnte die sanierte Unterkunft in der Augustenstraße bezogen werden. Allerdings herrscht seitdem eine straffe Hausordnung. Kaum private Sachen dürfen mitgebracht, nur jeweils ein Elektroteil benutzt und es darf nicht mehr geraucht werden. Zudem wird von 8 bis 18 Uhr das Haus geräumt.

Im Sommer 2019 saß Familienoberhaupt Karin Ritter also wahlweise vor der Unterkunft, oder in einer Eisdiele in der Stadt. Oberbürgermeister Bernd Hauschild bot Karin Ritter sogar eine Wohnung der Stadt an, diese lehnte jedoch ab. Auch mit der Begründung, sie würde aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen nicht zur Besichtigung kommen können.

Nach dem Film überraschte stern-TV-Moderator Steffen Hallaschka mit einer Neuigkeit: Der Stadtrat habe Karin Ritter eine neue Unterkunft besorgt. Mehr wolle er nicht verraten. Ob damit nun Ruhe bei der rechtsextremen Karin Ritter einkehrt, ist allerdings offen.