Halle (dpa) l Wegen knapper öffentlicher Kassen und schrumpfender Ankaufetats sind Sachsen-Anhalts Museen immer stärker von Schenkungen und Stiftungen abhängig. Vielen Museen seien Ankäufe aus eigenen Mitteln kaum noch möglich, sagte der Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, Martin Hoernes. Es gebe immer mehr Anträge auch für kleinere Sachen. Das sei ein Zeichen, dass Museen auch Käufe unter 50 000 Euro nicht mehr alleine realisieren könnten.

Als jüngste Errungenschaften haben etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle zwei Bildteppiche von Johanna Schütz-Wolff (1896-1965) den Weg ins Museum gefunden – als Schenkung aus dem Nachlass der Künstlerin, die maßgeblich die deutsche Bildwirkerei der Moderne mitbestimmte. Einen anderen Neuzugang hatte die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht – eine kostbare Silberschmiedearbeit des bedeutenden halleschen Goldschmieds August Hosse (1657-1732). Die Stiftung kaufte das Waschgeschirr und stellte es der Moritzburg als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Hoernes sagte, die Stiftung sehe sich als schneller und großzügiger Partner der Museen. "Wir bringen Dinge da hin, wo sie die größte Strahlkraft entwickeln können", betonte er.

"Auf die Unterstützung von Sponsoren, zum Beispiel von Privatpersonen und Vereinen sind wir mehr denn je angewiesen", sagte auch die stellvertretende Leiterin des Museums in Zeitz, Ursula Rittig. Trotz Unterstützung von Land und Kommunen fehle angesichts des riesigen Bestandes des Museums zudem an Geld, um zusätzliches Personal zu beschäftigen.

Das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg präsentiert noch bis zum 28. April seine jüngsten Neuzugänge. Etwa die Hälfte der gezeigten Werke von 37 Künstlern seien Schenkungen, hatte Museumsleiterin Annegret Laabs zur Eröffnung gesagt. Es werde immer schwieriger Ankäufe zu finanzieren. Manchmal fließe das Geld aus sechs verschiedenen Kanälen.

Der Chef des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt, Ulf Dräger, betonte, "ein Museum muss sammeln, um sich weiterzuentwickeln", nur aktive Museen bekämen auch hochrangige Schenkungen angeboten. Dazu gehöre dann aber auch, dass genug Fachpersonal da sei, um die Objekte zu erschließen und angemessen zu präsentieren. Neben den Stiftungen gebe es auch ein hohes ehrenamtliches Engagement in Fördervereinen und Freundeskreisen, nicht nur um bei der Finanzierung von Ankäufen zu helfen.