Magdeburg l Die Universitätsklinik Magdeburg steckt nach Volksstimme-Informationen tief in den roten Zahlen. Wie die Redaktion aus sicheren Quellen erfuhr, schrieb das größte Krankenhaus im Landesnorden 2018 ein Defizit von 17,2 Millionen Euro. Der Wirtschaftsplan für 2019 sieht mit 27 Millionen Euro gar ein noch höheres Minus vor. Größter Kostenfaktor sind demnach mit 17,8 Millionen Euro Instandhaltungen der Infrastruktur. Viele Gebäude und Geräte auf dem Campus sind völlig veraltet. Zuletzt hatte das Klinikum den Investitionsstau auf 800 Millionen Euro beziffert. Weitere zehn Millionen Euro sind 2019 für Tariferhöhungen für Pflegende und nichtwissenschaftliches Personal geplant.

Wegen der Lage hat der Aufsichtsrat den Wirtschaftsplan 2019 mehrfach nicht beschlossen. Stattdessen hat das Gremium, in dem Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) den Vorsitz hat, und in dem auch Finanzminister André Schröder (CDU) sowie Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Tisch sitzen, am Montag einen Konsolidierungsplan mit dem Ärztlichen Direktor Hans-Jochen Heinze abgestimmt. Auch die Expertise eines externen Unternehmens wurde einbezogen.

Den Informationen zufolge will die Klinik ein umfangreiches Paket schnüren, um bereits 2023 wieder eine schwarze Null zu schreiben. Das Krankenhaus plane dazu, Prozesse und Strukturen in allen Bereichen – Medizin, Verwaltung, Pflege – zu optimieren. Wegen der Lage will sich der Wirtschaftsausschuss im Landtag morgen mit dem Thema befassen. Wie angespannt die Situation ist, hatte sich bereits im Sommer 2018 in einem von 24 Klinik- und Insitutsdirektoren unterstützten Brief an Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) angedeutet. Darin war etwa von „hochbrisanten sicherheitskritischen Aspekten“ in Gebäuden die Rede.