Quedlinburg (dpa) l Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Quedlinburg wollen Spargelpflanzen resistent machen gegen ein Virus, das diesen die Kräfte raubt. Ein flächendeckendes Monitoring in Deutschland habe gezeigt, dass Spargel aus allen Anbauregionen infiziert sei, sagte Züchtungsforscher Thomas Nothnagel. Übertragen werde das nicht sichtbare Virus durch Blattläuse, aber auch beim Spargelstechen. Das Wurzelwachstum der Pflanzen werde reduziert, das Spektrum der Inhaltsstoffe verändere sich, die Stangen würden dünner – und die Erträge sänken, beschrieb der Biologe das Problem.

Die Strategie der Forscher: Sie kreuzen resistenten Wildspargel aus Südeuropa und Südafrika mit dem Kulturspargel, um diesen ebenfalls unempfindlich gegen das Virus zu machen. "Wir haben die Hoffnung, in diesem Jahr den ersten Prototyp einer virusresistenten Spargelzuchtlinie zu erhalten", sagte Nothnagel.

Die JKI-Forscher geben ihre wissenschaftlichen Ergebnisse dann an Profi-Züchter weiter, die die resistenten Pflanzen als neue Sorten auf den Markt bringen. Zuvor ist laut Nothnagel noch eine Zulassung durch das Bundessortenamt nötig. Der Biologe erwartet, dass es noch mindestens 6 bis 7 Jahre dauern könnte, bis die widerstandsfähigen Pflanzen auf den Feldern wachsen.

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Das JKI als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen übernimmt langwierige und komplizierte Forschung und stellt die Ergebnisse den Praktikern zur Verfügung. Mit dem Projekt zum resistenten Spargel begannen die Forscher laut Nothnagel vor rund zehn Jahren. Zunächst sei es bei den Vorarbeiten darum gegangen, Kollektionen von Wildspargel zu sammeln und auf züchterisch interessante Merkmale zu testen. Anschließend sei nach Wegen gesucht worden, die Resistenzen auf den Kulturspargel zu übertragen.

Mit dem Kreuzungsprogramm sind die Forscher seit rund fünf Jahren beschäftigt. Nothnagel erhofft sich mit der neuen Spargelzuchtlinie auch weitere Erfolge etwa im Kampf gegen Pilze, die dem Spargel zusetzen und dessen Wurzeln zerstören.