Die Datenschutzgrundverordnung dringt bis ins Klassenzimmer vor: Viele Schulen haben für die Einschulungsfeiern ein Fotografieverbot ausgesprochen. Aus Angst davor, sich im Nachhinein mit Datenschutzverstößen von Eltern herumärgern zu müssen. Das ist nachvollziehbar.

Den Direktoren vorzuwerfen, sie machen es sich damit zu einfach, ist arrogant. Denn Lösungen für das DSGVO-Wirrwarr – die präsentiert im Gegenzug niemand. Ob das Vorlesen von Zensuren oder das Aufrufen von Namen bei Erziehungsmaßnahmen – in vielen Bereichen hat die neue Datenschutz-Ära neue Hürden errichtet.

Und so war die Anpassung der Verordnung ans digitale Zeitalter zwar mehr als überfällig, aber die Grauzonen sind noch immer zu groß. Das führt zur Verunsicherung. Außerdem fragt sich mancher zu Recht, ob es nicht zu viel des Guten ist. Wenn Lehrer und Eltern erst ein Bürokratie-Monster bändigen müssen, um ein Foto vom Nachwuchs am wichtigsten Tag des Jahres machen zu dürfen, läuft irgendwas falsch.