Burg/Havelberg l Wenige Wochen vor der Eröffnung der Landesgartenschau (Laga) in Burg bei Magdeburg rücken erneut die Nachwehen der Bundesgartenschau 2015 in den Fokus. Im Zentrum der Kritik: Laga-Geschäftsführer Erhard Skupch, der von 2010 bis 2016 auch für die Durchführung der Bundesgartenschau (Buga) in der Havelregion verantwortlich war. Dort hat der Zweckverband noch immer keine geprüfte Abschlussbilanz vorgelegt. Bisher ist ein Gesamtdefizit von mehr als zwölf Millionen Euro bekannt – doch es drohen weitere Aufschläge.

Geschultert werden müssen die von den Städten, in denen die Buga 2015 stattfand: Havelberg, Rathenow, Rhinow, Premnitz und Brandenburg an der Havel. Gerade in der kreisfreien Stadt kracht es – mit 6,8 Millionen Euro soll Brandenburg den größten Verlustanteil übernehmen. Die Stadt hat einen Antrag auf Nothilfe beim Land gestellt.

Unterlagen unvollständig

Doch das kommt vorerst nicht in Frage. Die Unterlagen seien unvollständig, kritisiert das brandenburgische Innenministerium. „Die Höhe der entstandenen Verluste für die Jahre 2016 und 2017 sind bislang nicht belegt, es existieren nur Plandaten“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Volksstimme. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Verluste verzeichnet werden.“

Auch das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Brandenburg hat gravierende Probleme ausgemacht. So soll es im Buga-Zweckverband keine ordnungsgemäße Buchführung gegeben und der Bargeldbestand mehrfach überschritten worden sein. Nach der Buga wurde das Inventar zum Teil unter Wert verramscht. Der Zweckverband wurde aufgefordert, die Inventur nachzuholen und das Anlagevermögen zu bewerten, damit die bereits für 2016 geplante Auflösung endlich vollzogen werden kann.

Zu wenig Buga-Besucher

Die Zielmarke von 1,5 Millionen Besuchern wurde bei der Buga deutlich verfehlt, es kamen 500.000 weniger. Mehrere brandenburgische Politiker werfen Skupch vor, für das Finanzloch verantwortlich zu sein. Außerdem soll er dem Vorstand des Zweckverbandes Informationen vorenthalten haben.

Der Laga-Geschäftsführer weist die Vorwürfe zurück. Etat und erwartete Besucherzahlen seien vor seinem Amtsantritt bei der Buga festgelegt worden, sagte Skupch der Volksstimme. „Das hat nichts mit Misswirtschaft zu tun. Das Budget wurde von Anfang an zu niedrig angesetzt.“ Außerdem sei das Konzept mit fünf Standorten neu gewesen.

Auf die im April 2018 beginnende Laga in Burg blickt Skupch zuversichtlich. Er rechnet mit rund 450.000 Besuchern in 170 Tagen.

Mehr Informationen rund um die Landesgartenschau 2018 in Burg gibt es hier.