Geboren für ein Leben in Blau und Weiß

Von Rudi Bartlitz

Magdeburg l Dass Sport nicht nur viel mit Kreativität, sondern auch mit ausgefallenen Ideen zu tun hat, ist eine Binse. Die Fußball-Bundesliga ist da seit eh und je unschlagbar. So wurde in diesen Tagen auf der Neugeborenen-Station im St.-Marien-Hospital von Gelsenkirchen-Buer eine eigene "Schalke-Suite" eröffnet.

Hier finden Eltern und königsblauer Nachwuchs alles, was man für ein Leben in Blau und Weiß benötigt: Möbel und Gardinen in den Vereinsfarben, überall Bilder von den Altvorderen, Schalke-TV und sogar eine Schalke-Badeente.

Nur an der Wickelunterlage muss noch nachgearbeitet werden. Die enthält neben einem matten Orange doch tatsächlich viel Schwarz und Gelb (Für Nichtfußballer: Das sind die Farben des Erzfeindes Borussia Dortmund!).

Schon hört man, dass auch die blutsverwandten Blau-Weißen vom FCM von dieser Schalke-Idee regelrecht begeistert sein sollen und Ähnliches planen. Es stimmt allerdings nicht, dass die jungen Väter hierzulande verpflichtet werden, ihren Nachkömmlingen den Namen Peter, Detlef, Guido oder Ronny zu geben.

Angewiesen werden die Urkundsbeamten allerdings, bei obskuren Namenswünschen wie Daniel, Wolfgang, Volker, Bernd-Uwe oder Paul lieber zweimal hinzuschauen. Gleiches gilt für Zwillinge, die einmal als Ruud und Rüdiger durchs Leben gehen sollen. Keinerlei Bedenken bestehen hingegen bei so schönen deutschen Vornamen wie Heinz oder Alfred.

Noch keine Reaktion gibt es in Magdeburg auf die Initiative des großen Hamburger SV, der für seine Fans sogar einen eigenen Friedhof angelegt hat. Auf Schalke will man von einer solchen Idee allerdings Abstand nehmen. Die Gründe dafür klingen zumindest nachvollziehbar. Wenn auf dem Gottesacker, so die Befürchtung, die Vereinshymne "Steht auf, wenn ihr Schalker seid" angestimmt wird, könnte das leicht missverstanden werden.