Burg (mf) l Wegen der medizinischen Behandlung eines Häftlings aus Gambia in der Justizvollzugsanstalt Burg überprüft aktuell die Staatsanwaltschaft Stendal ein mögliches strafrechtliches Verschulden von Bediensteten der Einrichtung. Das bestätigte am Donnerstag Detlef Thiel vom Justizministerium.

Den Vorwürfen nach sei bei dem Mann eine Gehirnhautentzündung nicht entdeckt worden, obwohl der Häftling sich in die ärztliche Behandlung des Hochsicherheitsgefängnisses begeben hatte. Dort wurde er aber nur aufgrund einer Schulterverletzung versorgt. Geklärt werden soll auch die Frage, warum der 32-jährige Häftling in seinem Zustand mit der potenziell tödlichen Krankheit von Burg nach Frankfurt transportiert worden ist. Zuerst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ über den Fall berichtet.

Der Vorfall soll nach Aussagen von Thiel am heutigen Freitag im Rechtsausschuss des Landtages Thema sein. Die Justizministerin will dann eine erste Stellungnahme abgeben. Entsprechende Zuarbeiten der Anstaltsleitung seien bereits am Dienstag eingefordert worden.

Der Häftling war am 10. August von Burg in die Justizvollzugsanstalt in Frankfurt/ Main verlegt worden. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes brachten ihn die hessischen Justizbeamten in ein Krankenhaus. Dort diagnostizierten die Ärzte die Krankheit.