Stendal (dpa) l Vereine kümmern sich um Kleingärten, Sport, Kultur oder um Bildung, und Die Vereinslandschaft in Sachsen-Anhalt wächst. Ende August waren im Zentralen Register am Amtsgericht Stendal 19.077 Vereine eingetragen. Vor zehn Jahren, Ende 2008, waren es noch gut 17.650. Allerdings ist der Statistik zufolge die Zahl der Neugründungen ist in den zurückliegenden Jahren gesunken. 2008 etwa wurden noch gut 530 Vereine neu eingetragen, im vergangenen Jahr knapp 300, bis Ende August kamen in diesem Jahr 189 Vereine hinzu.

Zeitgleich werden aber auch Vereine aufgelöst und aus dem Register gelöscht. 2017 waren es laut dem Zentralen Registergericht 223 Zusammenschlüsse. In den Jahren zuvor seien es jeweils um die 220 gewesen. Die Gründe für die Auflösungen und Löschungen aus dem Register werden nicht erfasst.

Der Stifterverband hatte vor Kurzem darauf hingewiesen, dass sich seit 2006 deutschlandweit im ländlichen Raum 15.547 Vereine aufgelöst haben. Die Auflösung von Vereinen sei ein vorwiegend ländliches, deren Gründung ein städtisches Phänomen. "Bestehende Vereine in ländlichen Regionen kämpfen besonders häufig damit, neue Engagierte zu gewinnen. Auch ihr Bestand ist damit gefährdet", hieß es.

Aus der Erfahrung des Präsidenten des Karneval Landesverbands Sachsen-Anhalt, Dirk Vater, ist vor allem Überalterung einer der Hauptgründe, wenn sich Vereine auflösen. "Manche vergessen einfach, sich um die Nachwuchsgewinnung zu kümmern." Der Verband habe seit vielen Jahren einen stabilen Stamm von 190 bis 194 Mitgliedsvereinen. Es gebe Ab-, aber auch Neuzugänge – letztlich halte sich das die Waage.

Anders sieht das etwa bei den Kleingärtnern aus. Olaf Weber vom Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt sagte: "Die Zahl der Vereine geht nicht so stark zurück wie die der Kleingärtner insgesamt." Aber die Statistik zeige einen Abwärtstrend. 2011 etwa habe es noch 1864 Kleingartenvereine im Land gegeben, aktuell seien es noch 1736. Die Zahl der organisierten Kleingärtner ging Weber zufolge im gleichen Zeitraum von knapp 108.500 auf 92.620 zurück. "Es gibt inzwischen Orte, die gar keinen Kleingartenverein mehr haben", sagte Weber. Die Altersentwicklung der Mitglieder sei der Hauptgrund des Vereinssterbens. Die Leistungsträger seien oft stark im Berufsleben eingebunden und fänden für Vereinsaktivitäten wenig oder keine Zeit.