Handwerker zu bekommen, wird immer schwieriger. Im Baubereich sind es gar drei Monate Wartezeit. Da mag man sich nicht vorstellen, wie die Situation in zehn Jahren sein wird, wenn die Babyboomer-Generation in den Ruhestand geht. Dann wird man den Dachdecker bestimmt mit Gänsebraten bewirten müssen, bevor er auf die Leiter steigt.

Die Möglichkeiten, an dieser Misere etwas zu ändern, sind begrenzt. Eine bessere Bezahlung von Handwerkern würde den Nachwuchsmangel lindern, aber nicht beseitigen. Die Diskrepanz zwischen Bevölkerungsrückgang in den jüngeren Generationen und dem Bedarf an Arbeitskräften nimmt weiter zu. Die Menschen werden neidvoll zurückblicken in eine Zeit, als Handwerker schon nach drei Monaten kamen. Sachsen-Anhalt wird damit bestimmt nicht attraktiver. Mehr Zuwanderung könnte helfen. Und mehr Eigenständigkeit. Das Dach selber decken und die Zylinderkopfdichtung wechseln – das kann doch nicht so schwer sein.