Magdeburg (dpa/aw) l An den zehn Hochschulen in Sachsen-Anhalt haben im Wintersemester 2016/17 laut dem Statistischen Landesamt 54.629 Frauen und Männer studiert. Das waren 6,2 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, wie der Präsident des Statistischen Landesamts, Michael Reichelt, am Montag in Magdeburg sagte. Rund die Hälfte hat ihr Abitur außerhalb Sachsen-Anhalts gemacht und immer mehr Studierende kommen aus dem Ausland. Die Regelstudienzeit wird eher selten eingehalten. Was sich sonst noch verändert:

Internationalität

7012 ausländische Studenten waren im Winter 2016/17 an den zehn Hochschulen im Land eingeschrieben. Das sind so viele wie nie seit Beginn der Erfassung 1992/93. Im Vergleich zu 2006 nahm die Zahl um 2463 zu. Das entspricht einem Anstieg von mehr als der Hälfte, sagte der Präsident des Statistischen Landesamtes Michael Reichelt am Montag in Magdeburg.

Der Anteil an der Gesamtzahl der Studenten (54.629) lag bei fast 13 Prozent. Die Studierenden kommen aus 134 von 190 Ländern der Erde. In der Rangliste der Herkunftsländer stand China mit 1471 Studenten an erster Stelle, gefolgt von Indien (733), der Ukraine (383) und Russland (379). Die meisten ausländischen Studenten zog es in die Landeshauptstadt Magdeburg (2383), auf Platz zwei folgt die Hochschule Anhalt (1865) vor der Uni Halle (1704).

Gründe für den Zustrom sind neben verbesserten Kontakten zwischen den Hochschulen in Sachsen-Anhalt und den Herkunftsländern die geringen Lebenshaltungskosten im Land. So werden anders als in den USA oder Großbritannien keine Studiengebühren erhoben. „Die Internationalisierung ist ein wichtiges Signal“, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Sie trage zur Völkerverständigung bei. Udo Sträter, Rektor der Uni Halle, sagte: Ausländische Studenten seien wegen der häufig gewählten naturwissenschaftlichen Fächer wichtige Absolventen für den Innovationsstandort Deutschland.

Studienfächer

Betriebswirtschaftslehre ist das am häufigsten gewählte Fach. Im Wintersemester 2016/17 waren dafür knapp 5600 Studierende eingeschrieben, darunter 47 Prozent Frauen, wie Reichelt sagte. Zweithäufigstes Studienfach waren Erziehungswissenschaften mit rund 4100 Studenten und einem Frauenanteil von 68 Prozent. Auf Platz drei stand den Angaben zufolge die Allgemeinmedizin, für die etwa 3300 Frauen und Männer eingeschrieben waren.

Finanzen

Immer weniger Studierende in Sachsen-Anhalt bekommen Bafög. Im Land haben im vergangenen Jahr 27,8 Prozent diese staatliche Unterstützung erhalten, bundesweit waren es 20,8 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es noch 35,2 Prozent in Sachsen-Anhalt. Reichelt sagte zur Entwicklung: "Das spricht letztlich auch für eine bessere wirtschaftliche Situation des Backgrounds, denn Bafög ist überwiegend einkommensabhängig." Von der seit 2011 bestehenden Möglichkeit des Deutschland-Stipendiums profitierten 476 Sudierende im vergangenen Jahr. Das Stipendium ist mit 300 Euro monatlich verbunden.

Studiendauer

Innerhalb der Regelstudienzeit kommen die wenigsten Studierenden zu einem Abschluss. Laut Reichelt haben das 2015 nur 27,9 Prozent der Absolventen geschafft, bundesweit waren es 37,2 Prozent gewesen. Weniger Abschlüsse innerhalb der Regelstudienzeit gab es den Statistikern zufolge nur in Rheinland-Pfalz mit 27,1 Prozent. Gibt man den Studierenden zwei Semester dazu, schaffen den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt schon 75,3 Prozent ihren Abschluss, bundesweit waren es 80,4 Prozent. 

Abschlüsse

Im Laufe von zehn Jahren haben mehr Frauen und Männer die Hochschulen erfolgreich mit einem Abschluss verlassen. Im vergangenen Jahr sind laut Reichelt 12.280 Studenten exmatrikuliert worden – davon hatten 54,5 Prozent einen Abschluss gemacht, 2006 hatte die Quote laut Reichelt noch bei 41,5 Prozent gelegen.

Infografik: Das Image von Studenten in der Öffentlichkeit | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista