Wernigerode (ii/dl/dpa) l Das nach eigenen Angaben größte Bauprojekt der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) hat am Freitag offiziell begonnen: Die HSB investieren in Wernigerode rund 10,5 Millionen Euro in eine neue Dampflokwerkstatt. Für Besucher werde es die Möglichkeit geben, die Arbeiten an den historischen Maschinen von einer gläsernen Galerie aus zu beobachten. Zudem sind zwei Aussichtsplattformen geplant.

Zum Start des Millionenvorhabens war auch Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) zu Gast. „Die Dampfloks können künftig in der eigenen Werkstatt untersucht und gewartet werden. Das macht unabhängiger und spart vor allem Kosten“, betonte der CDU-Politiker. Bislang müssen die Maschinen für alle größeren Durchsichten in die bundesweit spezialisierte Dampflokwerkstatt im thüringischen Meiningen gebracht werden.

Im Frühjahr 2021 soll die Werkstatt in Wernigerode fertig sein. „Nach einer rund einjährigen Anlaufphase können dann ab 2022 die ersten Dampfloks vollständig auseinander gebaut und entsprechend den rechtlichen Vorschriften untersucht werden“, teilten die HSB mit. Die Harzer Schmalspurbahnen verfügen über 25 Dampflokomotiven aus den Baujahren 1897 bis 1956. Diese legen laut HSB jährlich rund 350.000 Kilometer zurück.

Zuletzt hatten die HSB für Schlagzeilen gesorgt, weil bis zu 80 Prozent der Dampfloks reparaturbedingt nicht einsatzfähig waren. Ein Grund sind lange Wartezeiten auf die Inspektionen in Meiningen, die obendrein immer länger und deutlich kostspieliger geworden sind. Deshalb schicken die HSB erstmals in diesem Jahr planmäßig mit Dieselloks bespannte Züge auf den Brocken.