IG Metall sieht Schicksalswahl: „kein blaues Wunder“

Von dpa
Thorsten Gröger, IG Metall-Verhandlungsführer.
Thorsten Gröger, IG Metall-Verhandlungsführer. Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Magdeburg - Die Gewerkschaft IG Metall hat die Sachsen-Anhalter aufgefordert, sich an der Landtagswahl am Sonntag zu beteiligen, und gleichzeitig vor den Folgen eines hohen Stimmanteils für die AfD gewarnt. „Jede und jeder in Sachsen-Anhalt sollte die Chance nutzen und vom Wahlrecht Gebrauch machen. Es geht um die Zukunft und darum, dass künftige Folgegenerationen nicht ihr blaues Wunder erleben“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger am Freitag.

Die derzeitigen Umfragen seien zwar Momentaufnahmen. „Es kann jedoch ohne Zweifel von einer Schicksalswahl die Rede sein, denn eine rechtspopulistische Partei mit vielen rechtsextremen Anhängern und Sympathisanten droht stärkste Kraft im Parlament zu werden.“

Zwei am Donnerstag veröffentlichte Umfragen kamen zu recht unterschiedlichen Stimmungsbildern. In einem ZDF-Politbarometer Extra hatte die CDU mit 30 Prozent einen deutlichen Vorsprung vor der AfD mit 23 Prozent. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den „Spiegel“ signalisierte hingegen ein knappes Rennen, hier kam die CDU auf 29 und die AfD auf 28 Prozent. Die anderen Parteien liegen deutlich dahinter.

Gröger sagte weiter: „Für uns als IG Metall ist klar, dass in der kommenden Wahlperiode das Soziale und nicht das Nationale im Fokus stehen muss. Es geht darum, dass es nach der Corona-Pandemie nicht die nächste Krise geben darf.“ Es gehe vielmehr um die Bewältigung der Corona-Folgen. Bildungsinfrastruktur, Digitalisierung und auch die öffentliche Infrastruktur müssten ausgebaut, das Gesundheitssystem fit für die Zukunft gemacht werden. Es sei zentral, die Herausforderungen des Klimawandels mit der Sicherung von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen.