Magdeburg l Bei einem nächtlichen Einsatz auf der Autobahn  9 bei Weißenfels vor einigen Monaten soll das Problem das erste Mal deutlich geworden sein. Eine Hubschrauberbesatzung aus Thüringen konnte die Fahrzeuge am Boden durch ihre Nachtsichtgeräte nicht eindeutig als Einsatzwagen der Polizei erkennen. Die speziellen Brillen, die die Piloten tragen, ermöglichen im Dunkeln zwar Restwärme von Objekten am Boden zu erkennen. Bei den LED-Lichtern des modernen Blaulichts funktioniert das aber nicht.

„Bei den bisher verwendeten Halogen-Blaulichtern war das kein Problem. Doch mit den modernen kalten LED-Lichtern erkennen die Beamten das nicht mehr“, erklärt Uwe Bachmann von der Gewerkschaft der Polizei (GDP).

So baten die Thüringer Polizisten aus dem Hubschrauber das Bodenteam aus Sachsen-Anhalt mehrmals darum, die Infrarot-Strahler wegen der besseren Erkennbarkeit anzustellen. „Welche Infrarot-Strahler?“, sollen die Beamten am Boden über Funk geantwortet haben.Wie SPD-Innenexperte Rüdiger Erben (SPD) erklärt, konnten sie keine andere Antwort geben. Sachsen-Anhalt sei das einzige Bundesland, das noch über keine Infrarot-Module an den LED-Blaulichtern verfügt. Man habe die Anschaffung schlicht versäumt. Das bestätigt auch Uwe Bachmann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizeigewerkschaft GdP.

Rüdiger Erben: „Es kann doch nicht sein, dass unsere Polizisten sich noch mit Taschenlampen verständigen müssen.“

Polizeigewerkschaft fordert Nachbesserung

Bachmann: „Das Problem sollte, jetzt wo es erkannt worden ist, schnellstens behoben werden.“ Es sei allerdings grundsätzlich gut, die alten Halogen-Lampen durch die schnittigen LED-Blaulichter zu ersetzen. „Die alten Signalbrücken auf dem Funkstreifenwagen waren so klobig, dass eine bereits bei einer Geschwindigkeit von 180 km/h wegflog.“

Das Innenministerium von Holger Stahlknecht (CDU) teilte auf Anfrage des SPD-Abgeordneten mit, dass 644 Funkstreifenwagen bereits mit der LED-Technologie ausgerüstet seien – nur eben ohne Infrarot-Zusatz. In der Antwort heißt es: „Perspektivisch ist bereits ab Herbst vorgesehen, alle neu zu beschaffenden Einsatzfahrzeuge mit entsprechenden Infrarotstrahlern auszurüsten.“

Und auch für die bereits angeschafften Fahrzeuge soll es demnächst Abhilfe geben. Danilo Weiser, Sprecher des Innenministeriums: „Eine Konzeption zur Nachrüstung des Fuhrparks wird gerade erarbeitet.“ Die Installation könne in festinstallierter oder mobiler Ausführung erfolgen. Eine Kostenabschätzung sei deshalb noch nicht möglich.